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Der gute Gott von Manhattan |
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| Sendetermine: | DLF - Samstag, 3. Okt 2026 20:05, (angekündigte Länge: 115:00)
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| Autor(en): | Ingeborg Bachmann | ||||||||||||||||||||||||||
| Produktion: | ORF/DLF 2026, 55 Min. (Stereo) - Bearbeitung Literatur | ||||||||||||||||||||||||||
| Regie: | Elisabeth Weilenmann | ||||||||||||||||||||||||||
| Bearbeitung: | Elisabeth Weilenmann | ||||||||||||||||||||||||||
| Komponist(en): | Anna Bauer | ||||||||||||||||||||||||||
| Regieassistenz: Alexandra WimmerTongestaltung: Anna KuncioTongestaltung: Simon DünserProduktionsleitung: Stefanie Zussner | |||||||||||||||||||||||||||
| Inhaltsangabe: | Was geschieht, wenn zwei Menschen einander radikal lieben - jenseits aller Regeln, jenseits aller Vernunft? Und wer oder was sorgt dafür, dass genau das nicht geschehen darf? Ingeborg Bachmann stellt in ihrem Hörspielklassiker 'Der gute Gott von Manhattan' genau diese Frage. Das Stück beginnt mit einem Prozess: Der 'gute Gott' steht vor Gericht, angeklagt, eine junge Frau durch einen Bombenanschlag getötet zu haben. Die Tat ist unstrittig. Doch im Zentrum steht eine andere Frage: War dieser Mord notwendig, um die Ordnung der Welt zu schützen? In Rückblenden entfaltet sich die Begegnung zwischen Jennifer und Jan. Es ist eine flüchtige, fast zufällige Bekanntschaft, die sich in wenigen Tagen zu einer existenziellen Grenzerfahrung verdichtet. Ihre Liebe entzieht sich jeder Konvention, jeder Berechenbarkeit. Sie wird absolut und damit gefährlich. Denn wo Liebe in dieser Radikalität auftritt, so behauptet der 'gute Gott', gerät die Welt aus den Fugen. Bachmann entwirft ein poetisches, verstörendes Gedankenexperiment über die Unvereinbarkeit von individueller Leidenschaft und gesellschaftlicher Ordnung. Ihre Sprache oszilliert zwischen Zärtlichkeit und Gewalt, zwischen zarter Intimität und apokalyptischer Vision. Das Private wird politisch, die Liebe selbst erscheint als subversive Kraft. Die neue Bearbeitung und Inszenierung von Elisabeth Weilenmann holt Bachmanns preisgekrönten Text akustisch in die Gegenwart - durch die Adaptierung der Modulation und die Neugestaltung der akustischen Dimension in Zusammenarbeit mit der Komponistin Anna Bauer. Aber auch inhaltlich erscheint Bachmanns Text hochaktuell, stellt er doch die Frage: wieviel Intensität verträgt eine Gesellschaft? Welche Formen von Nähe sind erlaubt und welche werden sanktioniert? Und warum sind es zumeist die Frauen, die den höchsten Preis zahlen? | ||||||||||||||||||||||||||
| Expertenkommentar: | Die Begründung der Jury Die behutsame Inszenierung bleibt der literarischen Vorlage treu und schafft eine einzigartige Verbindung von Sprache, Klang und Handlung, ohne vor einem bedeutenden Werk der deutschsprachigen Hörspielkunst zurückzuschrecken. Die minimalistische Musik von Anna Bauer verortet das Geschehen sowohl im New York der sechziger Jahre als auch zeitlos im Heute, vor allem durch die technisch verfremdeten Vocal-Arrangements, die entscheidend die intimen und auch beklemmenden Momente des Stückes tragen. Ein Ansatz, der an die Filmkomposition von „Rose“ erinnert und bemerkenswert Intimität und Grenzsituation vereint. Damit trägt die Musik entscheidend dazu bei, die Erzählebenen des Stückes sowohl zu definieren als auch zu verbinden und diesen Text in die Gegenwart zu übertragen – eine Gegenwart, die leider noch immer von Femiziden gekennzeichnet ist, in der noch immer vor allem Frauen für den Ausstieg aus gesellschaftlich Konventionen bestraft werden und „Schweigen bis zuletzt“ als „Lösungsstrategie“ nach wie vor die Norm ist. | ||||||||||||||||||||||||||
| Mitwirkende: |
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| Preise / Auszeichnungen: | Hörspiel des Monats 9 2026 | ||||||||||||||||||||||||||
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