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Neues Programmschema beim HR

Das Sonntagshörspiel wird jetzt am Abend um 22 Uhr gesendet. Das Kinderhörspiel ist von Samstagmittag auf Sonntagmorgen 8.04 Uhr gewandert.

Dann gibt's alle 14 Tage den Krimi-Mittwoch, wie gehabt 21 Uhr. Beim Hörspiel aus der Artist's Corner bleibt es beim alten Sendeplatz, Samstag, 23 Uhr.

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Begrabt mich und erhebt Euch!

Sendetermine: DLR - Samstag, 17. Feb 2024 00:05, (angekündigte Länge: 170:00)
DLF - Samstag, 17. Feb 2024 23:05, (angekündigte Länge: 170:00)
Autor(en): Lorenz Hoffmann
Lars Meyer
Auch unter dem Titel: Eine Lange Nacht über den ukrainischen Nationaldichter Taras Schewtschenko (Untertitel)
Produktion: DLF/DLR 2024, ca. 170 Min. (Stereo) - Feature
Regie: Tobias Barth
Inhaltsangabe: „Kaum, dass bei uns Ukrainern irgendetwas Bahnbrechendes passiert, tauchen Schewtschenko-Zitate auf. So war es während aller Revolutionen, so ist es auch heute.“ Das schreibt Serhij Zhadan am 9. März 2022, dem Geburtstag des Nationaldichters, in sein Charkiwer Kriegstagebuch. In keinem Land der Welt wird ein Dichter so verehrt wie Taras Schewtschenko in der Ukraine. Das liegt auch an seinem dramatischen Lebensweg. 1814 als Leibeigener in der Zentralukraine geboren, erlebt er als 24-Jähriger das Wunder der Befreiung, dank seines Talentes als Maler. In Sankt Petersburg führt er das Leben eines Bohemiens, wird mit seiner auf Ukrainisch verfassten Gedichtsammlung „Der Kobsar“ im ganzen Zarenreich bekannt. Er versteht es, die ukrainische Volkskultur in seine poetische Sprache zu übertragen. Doch der russische Geheimdienst wittert in dem freiheitsliebenden Dichter, der die Zarin verspottet, eine Gefahr und lässt ihn verhaften. Es folgen zehn Jahre Verbannung im Ural und am Kaspischen Meer. Nach seinem Tod 1861 wird der Kult-Dichter auf verschiedene Weise politisch vereinnahmt. Die frühe Nationalbewegung beruft sich auf ihn, in der Sowjetunion wird er zum Revolutionär, in der unabhängigen Ukraine zum „Vater der Nation“. Heute sieht man ihn in Memes auf Social Media mit Maschinengewehr bewaffnet die russischen Angreifer verjagen.
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Vor 50 Jahren – Deutschland verzichtet auf Atomwaffen

Sendetermine: DLR - Samstag, 17. Feb 2024 05:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Stefan Detjen
Andrea Rehmsmeier
Ulrike Winkelmann
Produktion: DLR 2024, ca. 55 Min. (Stereo) - Feature
Inhaltsangabe: Am 20. Februar 1974 votierte der Deutsche Bundestag in Bonn für den 1968 abgeschlossenen Atomwaffensperrvertrag, etwa 90 Abgeordnete von CDU/CSU stimmten dagegegen.
Im Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen verzichten die Unterzeichner, die nicht im Besitz von Atomwaffen sind auf deren Erwerb. Die damals fünf offiziellen Atommächte USA, UdSSR, Frankreich, Großbritannien und China, die vor dem 1. Januar 1967 eine Kernwaffe gezündet hatten, verpflichten sich, Verhandlungen über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter internationaler Kontrolle zu führen. Die Internationale Atomenergie-Organisation (Wien) kontrolliert die Einhaltung des Vertrags. Jedem Mitgiedsstaat wird das Recht auf ein ziviles Atomprogramm eingeräumt. Das Abkommen kann von jedem Staat mit dreimonatiger Frist gekündigt werden.
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Am Wendepunkt - Wenn das Leben die Richtung ändert

Sendetermine: ORF Ö1 - Samstag, 17. Feb 2024 09:05 Teil 17/0 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 30:00)
ORF Ö1 - Samstag, 17. Feb 2024 09:30 Teil 18/0 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 30:00)
Autor(en): Margit Atzler
Isabelle Engels
Johanna Hirzberger
Ilse Huber
Natasa Konopitzky
Julia Polczer
Johannes Pucher
Luna Ragheb
Eva Roither
Ernst Weber
Auch unter dem Titel: Ciwanna ergreift ihre Chance (1. Teil)
Ich habe die Entscheidung getroffen - und bin dabei geblieben (2. Teil)
Das war der Moment, an dem ich Panik bekam! (3. Teil)
Ich muss jetzt einen Paukenschlag machen, sonst hört das wieder niemand (4. Teil)
Ich kämpfe, damit ich weiterleben kann (5. Teil)
Ich wollte immer besser sein, als die anderen (6. Teil)
Warum tut da niemand was? (7. Teil)
Der Tag, an dem ich durch die Glaskuppel fiel (8. Teil)
Dann wurde mir bewusst, dass ich etwas ändern muss (9. Teil)
Was ich gar nicht mag, ist im Streit auseinander zu gehen (10. Teil)
Dann war es für mich plötzlich klar: Das ist es. (11. Teil)
Sie sagte zu mir: Ferdinand, ich begleite dich! (12. Teil)
Vier Wände, die nur mir gehören (13. Teil)
Vom Mut, Grenzen zu überwinden (14. Teil)
Aufruhr in der Mozartstadt (15. Teil)
Meine Eltern und ich wollten das am Anfang nicht wahrhaben - Jakobs Schuljahr im Krankenhaus (16. Teil)
Für Kinder ist nur das Beste genug! - Margarete Steiffs Kuscheltiere (17. Teil)
Osman Raghebs Traum vom Schauspiel (18. Teil)
Produktion: ORF 2021, 319 Min. (Stereo) - Feature
Komponist(en): Stefan Weber
Ton: Otmar Bergsmann
Ton: Ralph Gabriel
Ton: Fridolin Stolz
Ton: Milos Ikic
Inhaltsangabe: Teil 1/12: 'Ciwanna ergreift ihre Chance.' (Von Isabelle Engels) Sängerin Ivana Cibulova ist in der Slowakei aufgewachsen und gehört der ethnischen Minderheit der Roma an. Sie beschreibt, wie sie beim ORF-Wettbewerb 'Die große Chance' eine mutige Entscheidung trifft. Ivana Cibulova ist in der Slowakei aufgewachsen und gehört der ethnischen Minderheit der Roma an. Sie hat eine Ausbildung zur Diplomkrankenpflegerin absolviert und im Krankenhaus gearbeitet. Schon als Kind singt sie, als Teenager träumt sie von der Bühne und als junge Frau wir sie in einer populären Band als Sängerin engagiert. Später startet sie unter dem Künstlernamen 'Ciwanna' ihre Solokarriere. Ein Schicksalsschlag unterbricht diesen Erfolgsweg. Ivana Cibulova zieht nach Österreich, um in einem Pflegeheim zu arbeiten. Das Singen gibt sie jedoch nie auf. 2014 bewirbt sich die damals 31jährige bei der Talente-Show des ORF 'Die Großen Chance' und schafft es bis ins Finale. Kurz davor passiert etwas, das sie mitten ins Herz trifft. Und sie beschließt, sich zu wehren. Auf ihre Weise. --- Teil 2/12: 'Ich habe die Entscheidung getroffen - und bin dabei geblieben.' (von Ilse Huber) Vor 30 Jahren änderte sich für die Familie Fischer alles: Die Eltern zogen mit ihren vier Kindern aufs Land in einen Bauernhof und gründeten ein sozialtherapeutisches Projekt. Das taten sie wegen Arthur. Er war der jüngste der Familie, Autist, und liebte die Natur. Der damals 19-jährige Arthur blühte auf, wenn er mit der Scheibtruhe fahren, das Gras mähen und sich mit den Tieren beschäftigten konnte. Also baute die Familie Fischer einen verfallenen Bauernhof zu einem biologisch-dynamischen Landwirtschaftsbetrieb um. Und zwar so, dass auch andere junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen dort leben können. Mit dem Verein und über das Projekt Himmelschlüsselhof entstand eine sozialtherapeutische Arbeits- und Lebensgemeinschaft, in der heute zwölf Klienten samt Betreuerinnen und Therapeuten auf dem Anwesen leben und neben Land- und Forstwirtschaft auch eine Weberei, eine Tischlerei, eine Gärtnerei und eine Bäckerei betreiben. Abgerundet wird ihr Alltag durch Kunst und Bewegung in der Natur- mit und ohne Vierbeiner. In den vergangenen 30 Jahren ist mehr passiert als sich Mutter Margit Fischer je vorstellen konnte. Nach wie vor treibt sie ihr fester Wille an, das fortzusetzen, was sie einst begonnen hat. Die Kraft dieses Ortes prägt und trägt sie weiter. Hier ist sie zuhause- mitsamt den zu betreuenden Männern und Frauen, den Pferden, Kühen, Seidenhühnern, Zwergeseln und Alpakas. ------ Teil 3/12: 'Das war der Moment, an dem ich Panik bekam!' (Von Johanna Hirzberger) Sihaam Abdillahi ist Österreichs erste Schwarze kopftuchtragende Landeschüler/innenvertreterin und bereitet sich auf eine Zukunft in der Politik vor, bis Reaktionen auf Social Media sie tief verunsichern. 7. September 2020. Wien steht am Anfang der Gemeinderatswahlen und die 17-jährige Sihaam Abdillahi steht am Anfang ihrer politischen Karriere. Sie hat es geschafft, sie ist Österreichs erste Schwarze, kopftuchtragende Landesschüler:innenverterterin. Damit hat sie den Grundstein für ihre Zukunft gelegt. Ihr Ziel: Österreichs erste Bundeskanzlerin zu werden. Anlässlich des Schulstarts und der wenig zufrieden stellenden Corona-Maßnahmen demonstriert sie gemeinsam mit Mitschüler:innen vor dem österreichischen Bildungsministerium in ihrer Funktion als Landesschüler:innensprecherin. Durch ihren Auftritt wird Sihaam über Nacht zur Zielscheibe rechter Politiker:innen, erhält Hassnachrichten, wird auf Twitter diffamiert und lernt den gelebten Rassismus von einer neuen, institutionalisierten Perspektive kennen. --- Teil 4/12: 'Ich muss jetzt einen Paukenschlag machen, sonst hört das wieder niemand.' (Von Natasa Konopitzky) Im Alter von 16 Jahren wird die Skirennläuferin Nicola Werdenigg von Team-Kollegen vergewaltigt. Über 40 Jahre später geht sie an die Öffentlichkeit. Als die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg 2017 von einem Volleyballtrainer liest, der jahrelang junge Mädchen missbraucht hat, wird sie wütend. Sie beschließt zu handeln. Die Öffentlichkeit muss aufgerüttelt, eine Debatte über Missstände im österreichischen Sport losgetreten werden. Nicola Werdenigg will über Sexismus, Leistungsdruck, Einschüchterung, verbale und physische Gewalt und sexuelle Übergriffe durch Trainer, Heimerzieher und Funktionäre sprechen. Ihre eigenen Erlebnisse als junge Sportlerin möchte sie nicht thematisieren. Es soll um das System gehen, um Machtmissbrauch, um strukturelle Gewalt. Als sie beim Interview dem Journalisten gegenübersitzt, beschließt sie spontan doch 'alles auf den Tisch zu legen' - wie sie sagt. Sie erzählt von ihrer Vergewaltigung. In dem Moment ist ihr klar: 'Jetzt beginnt etwas, das nicht mehr zu stoppen ist'. Als sie am Tag der Veröffentlichung des Gesprächs in der Tageszeitung 'Der Standard' ihr Handy einschaltet, hat sie mehr als 200 Nachrichten erhalten. Was folgt, sind unzählige Interviews und ein riesiger Medienwirbel. Der österreichische Skiverband droht mit Klage, Sportlerkolleginnen bezichtigen sie der Lüge, Sportfans beschimpfen sie auf offener Straße. Aber es kommt auch viel Zuspruch von anderen Betroffenen. Die Staatsanwaltschaft beginnt zu ermitteln, Untersuchungskommissionen werden eingesetzt, Täter suspendiert und angeklagt. Ein Wendepunkt sowohl für den Sport in Österreich als auch für Nicola Werdenigg persönlich. ------ Teil 5/12: 'Ich kämpfe, damit ich weiterleben kann.' (von Luna Ragheb) Serpil Temiz Unvar erzählt, wie sie seit dem Tod ihres Sohnes gegen Rassismus kämpft. Ferhat Unvar ist bei dem Anschlag in Haunau ums Leben gekommen. 'Tot sind wir erst, wenn man uns vergisst.' Diese Worte publizierte Ferhat Unvar 2015 auf seiner Facebookseite. Er starb am 19. Februar 2020 in Hanau bei einem rassistisch motivierten Anschlag mit acht weiteren Menschen. Seine Mutter Serpil Temiz Unvar hat sich die Parole zur Lebensaufgabe gemacht und in seinem Namen eine Bildungsinitiative gegründet, damit ihr Sohn stets in Erinnerung bleibt. Seither kämpfen an ihrer Seite viele junge Freund:innen von Ferhat. Gemeinsam junge Menschen stärken, gegen Rassismus sensibilisieren und Chancengleichheit im Bildungswesen fördern - das sind ihre Ziele für eine tolerante und demokratische Zukunft. Das Porträt einer Mutter, die in einer Nacht alles verloren hat. --- Teil 6/12: 'Ich wollte immer besser sein, als die anderen.' (von Johanna Hirzberger) Christian E. Weißgerber steht 2010 am Höhepunkt seiner Karriere als Rechtsextremer. Im selben Jahr steigt er aus. Im Wendejahr der DDR geboren, wächst Christian E. Weißgerber in der ostdeutschen Mittelstadt Eisenach auf. Geprägt vom Verlust der Mutter, häuslicher Gewalt, dem ostdeutschen Arbeitermilieu und dem Bedürfnis 'besser zu sein als die anderen' findet er in der Nazi-Szenen neue Perspektiven. Er gehört bald zur Führungsriege der 'Autonomen Nationalisten' in Thüringen. Mit Anfang Zwanzig produziert Weißgerber Propaganda-Videos für YouTube, verfasst Kampfschriften und bereitet sich körperlich auf den Endkampf vor. Besessen davon, die Welt nach seinen Vorstellungen zu verändern, beginnt am Höhepunkt seiner rechtsextremen Karriere seine Ideologie zu bröckeln. --- Teil 7/12: 'Warum tut da niemand was?' (von Isabelle Engels) Der Historiker Florian Wenninger beobachtet die Flüchtlingskrise 2015 mit wachsender Sorge. Die Frage seines Kindes gibt den Anstoß für eine abenteuerliche Hilfsaktion. Im Jahr 2015 kommt es zu einer großen Fluchtbewegung aus Kriegsgebieten wie Afghanistan und Syrien nach Europa. Die Lage spitzt sich Ende August an der noch geschlossenen ungarisch-österreichischen Grenze dramatisch zu. Den Flüchtlingen droht die zwangsweise Unterbringung in Lagern. In Wien hören der 37-jährige Historiker Florian Wenninger und seine Familie diese Nachrichten beim Abendessen. Da stellt der 7-jährige Sohn eine Frage, die auf seinen Vater als entscheidender Anstoß wirkt. Noch in derselben Nacht setzt sich Florian Wenninger ins Auto und fährt nach Ungarn. Am Bahnhof in Györ trifft er auf eine erschöpfte und verzweifelte 16-köpfige Großfamilie aus Syrien. Eine Begegnung, die für ihn und das Leben der Schwestern Avjeen und Yengin von großer Bedeutung sein wird. Die Interviews mit Florian Wenninger und Avjeen wurden für das Projekts 'MenschenLeben' an der Österreichischen Mediathek geführt. Das Fluchtauto ist Sammlungsobjekt des Technischen Museum Wien.' --- Teil 8/12: 'Der Tag, an dem ich durch die Glaskuppel fiel.' (Von Eva Roither) Die 17-jährige Maria reist mit Schulkolleg/innen nach Frankreich. Ein Unfall verändert ihr Leben von Grund auf. Maria Anders(*) beschreibt sich als burschikoses, bewegungsfreudiges Kind. In den teils verwilderten Gärten an der Alten Donau in Wien klettert sie auf Bäume, mit ihren Eltern unternimmt sie Radtouren, sie übt mit ihrem Vater den Handstand und wie man ein Rad schlägt. Auf dem Bauernhof ihrer Tante verbringt sie die Zeit nicht etwa mit Lesen oder Fernsehen, sondern versucht, auf einem angeketteten Jungstier zu reiten. Es sei eine freie, schöne Kindheit gewesen, erzählt sie. Die Schule schränkt diese Freiheit ein. Ihre Noten sind mittelmäßig bis schlecht. Turnen ist der einzige Gegenstand, dem die Gymnasiastin etwas abgewinnen kann. 'Ich habe meine Eltern oft zur Verzweiflung gebracht.' Das bleibt so, bis sie 17 ist. Um ihr Französisch aufzubessern, unternimmt sie im Sommer 1995 mit Freund/innen eine Sprachreise nach Frankreich, nach Saint-Malo. Es ist ihr erster Urlaub ohne Eltern. In einer Unterrichtspause steht sie mit einer Gruppe auf dem Schulhof, 'blödelt herum', wie sie sagt, stolpert und fällt rücklings durch eine baufällige Glaskuppel mehrere Meter in den darunter liegenden Keller. Sie ist schwer verletzt, wird mehrmals operiert, doch die Folge dieses Sturzes ist eine Querschnittlähmung. Maria Anders erzählt, wie sie sich Schritt für Schritt neu orientieren muss. Erzählt von der liebevollen Hilfe ihrer Eltern, auch ihrer Freund/innen. 'Ich glaube, dass ich dadurch schneller erwachsen geworden bin. Ich habe studiert. Und ich habe Verantwortung für meine Situation übernommen.' Heute berät Maria Anders als klinische Psychologin Krebspatient/innen. (*) Name von der Redaktion verändert --- Teil 9/12: 'Dann wurde mir bewusst, dass ich etwas ändern muss' (Von Ernst Weber) Guillermo von Breymann und die Vorarlbergerin Manuela Rümmele geben ihr Leben in Europa auf und werden Bauern im Dschungel von Costa Rica. Der aus Costa Rica stammende Guillermo von Breymann hat als Ingenieur gearbeitet. Er hatte etwas erreicht, von dem viele seiner Landsleute nur träumen: Nach einem Technikstudium in den USA bekommt er einen gut bezahlten Job als Testentwickler bei einer großen Autofirma in München. Doch nach 18 Jahren gibt er sein Stadtleben auf. Er zieht mit seiner österreichischen Lebensgefährtin Manuela Rümmele auf eine Finca in Costa Rica. In einem Dschungel auf einem Berghang betreiben die beiden Naturliebhaber eine Permakultur Landwirtschaft, bauen ein paar Gästezimmer und richten ein Tonstudio ein. Einfach ist das Leben in der Abgeschiedenheit nicht: Die Quereinsteiger müssen wochenlangem Regen und orkanartigem Wind trotzen und in mühsamer Arbeit die steilen Hänge bewirtschaften. Ihren Ausstieg bereuen sie nicht. --- Teil 10/12: 'Was ich gar nicht mag, ist im Streit auseinander zu gehen.' (Von Johannes Pucher) Über drei Wochen lang liegt Elke Pöcksteiner im künstlichen Tiefschlaf. Ursache ist eine Covid-19 Infektion. Mit den Folgen ihrer Erkrankung hat sie monatelang zu kämpfen. Diese Zeit wird ihren Blick auf das Leben nachhaltig verändern. Am vierten Dezember 2020 steht Elke Pöcksteiner in ihrer Küche und ist dabei, Kekse zu backen, als ihr leicht fröstelt. Kaum eine Stunde später verlassen sie unter der Dusche ihre Kräfte. Sie hat 39 Grad Fieber. Am nächsten Morgen bestätigt das Testergebnis die nahe liegende Vermutung: Die 38-Jährige hat sich mit Covid-19 infiziert. Erst als eine engagierte Notärztin den niedrigen Sauerstoffgehalt in Pöcksteiners Blut feststellt, wird ihr der Ernst der Lage bewusst. Im Krankenhaus beginnt ein wochenlanger Kampf um ihr Leben. Elke Pöcksteiner ist eine von rund 75 Covid-19 Infizierten (Wert für den Zeitraum 2020), die auf der Intensivstation behandelt werden müssen. 23 Tage davon befindet sie sich im künstlichen Tiefschlaf. Der wahre Kampf beginnt aber erst nach dem Aufwachen. Aufgrund einer Beatmungssonde kann Pöcksteiner nicht sprechen und aufgrund des Muskelschwundes kann sie sich kaum selbstständig bewegen. Sie erzählt von ihren Erfahrungen im Krankenhaus, wie sie sich im Rehabilitationszentrum für Long-Covid Patient/innen in Weyer zurück ins Leben trainiert hat. Und sie erzählt davon, was sie für sich aus dem Erlebten gelernt hat. Langzeitfolgen blieben ihr erspart, doch es dauerte insgesamt neun Monate bis ihr schließlich der Arzt sagt: 'Eigentlich ist es ein Wunder, aber ihre Lunge sieht jetzt wieder aus wie von einem gesunden Menschen.' --- Teil 11/12: 'Dann war es für mich plötzlich klar: Das ist es.' (von Natasa Konopitzky) Im Leben von Anton Sutterlüty gab es viele Wendepunkte. Der erste war im Alter von zehn Jahren: Anton Sutterlüty griff auf dem Bauernhof seiner Eltern zum Telefonhörer und meldete sich in einem katholischen Internat an. Er wollte Priester werden. Der zweite Wendepunkt kam zehn Jahre später. Bei einem Spaziergang wurde dem Theologiestudenten klar, dass er seinen Glauben verloren hatte. Er trat aus der Kirche aus, studierte Kunstgeschichte und wurde Kunstvermittler in Wien. Mit Mitte 30 saß er vor dem Fernseher und schaute die Millionenshow. Da hatte er eine spontane Eingebung: Er bewarb sich als Kandidat. Im Jänner 2001, saß er gemeinsam mit 30 anderen KandidatInnen im Bus nach Köln, wo die Aufzeichnung der Millionenshow stattfand. Die einen hofften ihre Schulden abbezahlen zu können, die anderen träumten von großen Häusern und schnellen Autos. Anton Sutterlüty hatte keine Pläne. Zehn Millionen Schilling waren eine unvorstellbare Summe für ihn. Mit einem Glücksstein in der Tasche, den er am Vortag gemeinsam mit seinem kleinen Sohn gefunden hatte, saß er in der Mitte des Studios und gewann als Erster in der Geschichte der Millionenshow den Hauptgewinn. Er behielt zunächst seinen Job, versuchte sich als Performer. Schließlich zog es ihn zum Käsemachen und zum Käsehandel. Da hatte er das Gefühl, angekommen zu sein. 'Der Käse hat mich mitgenommen und wir haben eine gemeinsame Reise gestartet, die bis heute anhält', erzählt Sutterlüty. --- Teil 12/12: 'Sie sagte zu mir: Ferdinand, ich begleite dich!' (von Eva Roither) 'Die Bilder sind alle da. Alle. Ich muss nur die Augen schließen, da beginnen sie, sich zu bewegen.' Bei dieser Bewegung dabei zu sein, ist ein Erlebnis. Ferdinand Planegger, Jahrgang 1946, ist ein Erzähler, der die Zuhörer:innen mitnimmt zur entscheidenden Wende seines Lebens: Ende der 1970er Jahre ist er Mitte dreißig, hat keine feste Unterkunft, ist schwerer Alkoholiker. Durch einen Aufkleber wird er auf die Telefonseelsorge aufmerksam. Er beginnt, von der Telefonzelle aus, mit den Beraterinnen zu reden, manchmal stundenlang. Immer wieder werden für ihn Termine beim sozialmedizinischen Dienst ausgemacht, um einen Entzug in die Wege zu leiten. Eineinhalb Jahre lang. Aber er schafft es nicht. 'Ich trau mich nicht, ich schäm mich so', sagt er zu einer der Beraterinnen, bis diese den für ihn entscheidenden Vorschlag macht, ihn zum Arzt zu begleiten. Planeggers zweites Leben beginnt mit dem Alkohol-Entzug und dem Nachholen des Schulabschlusses, des Facharbeiterbriefes, der Meisterprüfung für Fliesenleger und mit der Gründung eines Fliesen-Fachbetriebes in Salzburg. Aber damit nicht genug: In der Pension beginnt er zu schreiben. --- Teil 13: 'Vom Mut, Grenzen zu überwinden' Charlie Mayr (Jahrgang 1964) wird mit einer sehr seltenen Augenerkrankung geboren. Ectopia Lentis. Das Sehvermögen verschlechtert sich im Lauf des Lebens. Nach der Hauptschule soll der junge Innviertler als Hilfsarbeiter auf den Bau gehen. Charlie Mayr haut aus seinem Heimatdorf im oberösterreichischen Innviertel ab und schlägt sich in Wien durch. Durch Zufall findet er zur Leichtathletik. Zuerst trainiert er Mehrkampf, später spezialisiert er sich auf Kugelstoßen. Der damals knapp 30jährige gewinnt die Staatsmeisterschaften der Sehbehinderten im Kugelstoßen und erreicht 1995 bei den regulären Staatsmeisterschafen den 3. Platz. Ein Jahr später: Weltrekord im Kugelstoßen bei den Sehbehinderten. Er feiert Erfolge - in beiden Welten. Seit 2000 organisiert Charlie Mayr die Multisportwoche für Sehbehinderte im Salzkammergut. Diese Trainingswoche öffnet Kindern und Jugendlichen den Zugang zu sportlicher Betätigung. Manche der TeilnehmerInnen können in diesem Rahmen das erste Mal in ihrem Leben bestimmte Sportarten ausprobieren und gewinnen Vertrauen in ihre Fähigkeiten. --- Teil 14: 'Vier Wände, die nur mir gehören.' Eines Tages im Jahr 2015 sitzt Mona Gandhi* zitternd in ihrer Küche. Nach über zehn Jahren in einer gewalttätigen Ehe wird ihr bewusst, dass sie hier weg muss - trotz ihrer beiden Kinder. Sie verlässt ihre Familie und wird von einen Tag auf den anderen wohnungslos. Drei Jahre hält sie sich abwechselnd in Frauenhäusern auf, in Obdachlosenquartieren, bei Freundinnen oder in der Psychiatrie. Mit Hilfe einer engagierten Sozialarbeiterin bekommt sie schließlich über die Organisation Neunerhaus wieder eine eigene Wohnung. Seitdem kämpft sie sich zurück ins Leben. Heute berät sie selbst obdachlose Menschen. *Name von der Redaktion geändert --- Teil 15: Aufruhr in der Mozartstadt (von Ernst Weber) In den frühen 1980ern ist die Stadt Salzburg im Umbruch. Karajan und die Hochkultur der Festspiele dominieren das Kulturverständnis. Für Jugend- und Alternativkultur gibt es weder Förderungen noch Verständnis. Im studentischen Milieu von Wohngemeinschaften und Studentenheimen entstehen Gegenbewegungen. Jungendgruppen, Kultur- und Sozialinitiativen verlangen ein autonomes Kulturzentrum. Nach der kurzfristigen Besetzung des Petersbrunnhofes fordern die Aktivist:innen von der Stadt den Ankauf eines ehemaligen Brauereigeländes am sogenannten Rainberg. Nach ergebnislosen Verhandlungen lassen sich die Student:innen nicht länger abspeisen. Mit kreativem Aktionismus und Demonstrationen vor Kirchen und vor dem Festspielhaus rebellieren sie gegen die Kulturpolitik und begehren gegen die konservative Öffentlichkeit auf. Einer der Höhepunkte ist die sogenannte 'bunte Demo' im Juni 1984: Der Psychologiestudent Alfred Aichinger verkleidet sich als Bischof, lässt sich auf einer Sänfte rund um den Domplatz tragen und weiht Kirchenbesucher mit einem Klobesen. Dafür muss er sich wegen Gotteslästerung vor Gericht verantworten. 1987 schließlich ermöglicht die Stadtverwaltung ein selbstverwaltetes Kulturzentrum - die ARGE Nonntal. Der Psychotherapeut Alfred Aichinger und der Konzertveranstalter Paul Donner erzählen von den turbulenten Zeiten. Mit ihrer 1983 gegründeten Psychorock-Band 'Inflagranti' - einem frechen Aushängeschild der Kulturproteste - treten sie noch heute auf. --- Teil 16: Meine Eltern und ich wollten das am Anfang nicht wahrhaben - Jakobs Schuljahr im Krankenhaus (von Julia Polczer) Es ist Lockdown in Österreich. Jakob fällt es an manchen Tagen schwer, in der Früh aufzustehen. Hobbys, soweit zu dieser von der Pandemie geprägten Zeit möglich, verfolgt er kaum. Auch als die Schulen wieder öffnen, bleibt er immer öfter dem Unterricht fern. Das war nicht immer so. Alles hat schleichend begonnen: In der Volksschule fehlt Jakob manchmal, aber nicht auffällig oft. Er kommt ins Gymnasium, wo sich seine Absenzen trotz Freundeskreis und vorhandener Motivation häufen. Seine Eltern wissen nicht weiter. Auch ein Schulwechsel bringt nicht die erhoffte Verbesserung. Die Ursachen für Jakobs Verhalten bleiben lange ungeklärt - bis er einen Platz in der Heilstättenschule der Kinder- und Jugendpsychiatrie im AKH Wien bekommt. Aus den anfangs geplanten acht Wochen wurde ein ganzes Schuljahr. Ein Jahr danach erzählt der heute 15-jährige Jakob von seinem Umgang mit der Diagnose ADHS, Depression und Angststörung sowie den Höhen und Tiefen seines jungen Lebens.
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Teil 17: Für Kinder ist nur das Beste genug! - Margarete Steiffs Kuscheltiere
Der Knopf im Ohr - ein Erkennungszeichen. Ob Elefäntle, Pinguin oder Teddybär. Die Stofftiere haben Generationen von Menschen begleitet. Ermöglicht, erfunden und erstmals genäht von Margarete Steiff haben sie nicht nur den Kindern Liebe und Freude gebracht, sondern auch der Schöpferin selbst. Die am 24. Juli 1847 im süddeutschen Giengen an der Brenz geborene Margarete Steiff erkrankte an Kinderlähmung. Willensstark wie sie war, konnte sie sowohl den Schulbesuch durchsetzen, als auch den Wunsch, Näherin zu werden. Später gründet sie in einer von Männern dominierten Welt ihre eigene Firma - und baut ein Spielwaren-Imperium auf. Ihre Teddys aus Stoff werden zum Welterfolg.
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Teil 18: Osman Raghebs Traum vom Schauspiel 'Gib die Hoffnung nicht auf, eines Tages wirst du den großen Fang machen.' Osman Raghebs Traum vom Schauspiel
Von klein auf träumt mein Großvater Osman Ragheb davon, Schauspieler zu werden. In seiner Jugend im ägyptischen Alexandria, liest er in den 1940er Jahren laut aus der lokalen englischsprachigen Tagespresse vor und ahmt den britischen Nachrichtensprechern nach, er beteiligt sich an der Shakespeare-Inszenierung seiner Schule, dem elitären Victoria College oder spielt vor der Kameralinse seines Schulkameraden, dem später berühmten Filmregisseur Youssef Chahine, alle Rollen eines kurzen Krimis - die junge Frau im geblümten Kleid mit Absatzschuhen und geflochtenen Zöpfen oder auch den Mörder mit Messer, Hut und langem Gewand. Tatsächlich gelingt es ihm, seine Eltern davon zu überzeugen, nach seinem Chemiestudium in London eine renommierte englische Schauspielschule zu besuchen. Erfolgreich schließt er 1953 die Ausbildung ab, doch sein großer Traum in England auf der Bühne zu spielen, geht nicht Erfüllung. Die britische Regierung erteilt ihm als Ausländer keine Arbeitsgenehmigung. Nach Ägypten will er nicht zurück. Das Englische - die Erstsprache von Osman Ragheb - verliert nach dem endgültigen Machtverlust der Briten unter dem ägyptischen Staatsmann Nasser in den 1950ern an Bedeutung. Sein Traum, in Shakespeare-Stücken ein englisches Publikum zu begeistern, platzt. Doch etwas Neues beginnt. Er bricht nach Österreich auf, das Heimatland seiner Mutter und endet über Umwege in Deutschland. Heute, als über 90-Jähriger blickt er auf eine berufliche Karriere voller Wendungen zurück. Zwar auf keiner Theaterbühne, dafür stets nah am Schauspiel.
Mitwirkende:
Eva Mayer
Roman Eichinger
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Ich war der Emil

Sendetermine: MDR Kultur - Samstag, 17. Feb 2024 09:05 (entfällt) , (angekündigte Länge: 30:00)
Autor(en): Konrad Lindner
Auch unter dem Titel: Erinnerungen an Kästners frühen Rundfunk- und Theatererfolg (Untertitel)
Produktion: MDR 1999, ca. 30 Min. (Stereo) - Feature
Inhaltsangabe: "Euch kann ich's ja ruhig sagen: Die Sache mit Emil kam mir selber unerwartet." - Mit diesem Eingeständnis beginnt eine der meistgelesenen Kindergeschichten des 20. Jahrhunderts: Erich Kästners "Emil und Detektive", erschienen im Herbst 1929. Theater und Film bemühten sich bald um den Stoff - im Dezember 1931 ist im Berliner UFA-Palast die Premiere des Streifens. In der Theateruraufführung ein Jahr zuvor ist Theo Lingen der Bösewicht. Ebenfalls 1930, am 7. November um 21.00 Uhr, beginnt beim Mitteldeutschen Rundfunk die einstündige Radioübertragung der Hörspielfassung von "Emil und die Detektive". Pony Hütchen, Emils kesse Cousine, wird von Sidy Bienenstock gesprochen. Als Konrad Lindner sich mit ihr im kalifornischen San Diego traf, um sich mit ihr über ihre Erinnerungen an die Leipziger Rundfunk- und Theaterarbeit zu unterhalten, war Sidy Bienenstock, weit über 80 Jahre alt.
Mitwirkende:
Konrad Lindner
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Alexander Solschenizyns - Archipel GULAG

Sendetermine: MDR Kultur - Samstag, 17. Feb 2024 09:05, (angekündigte Länge: 30:00)
Autor(en): Tobias Barth
Lorenz Hoffmann
Produktion: DLR 2024, 29 Min. (Stereo) - Feature
Regie: Tobias Barth
Inhaltsangabe: Er gehörte zu den bekannten russischen Oppositionellen: Alexej Anatoljewitsch Nawalny (1976-2024). Nachdem der Kremlkritiker vor vier Jahren vergiftet und an der Berliner Charité behandelt wurde, kehrte er 2022 wieder in seine Heimat zurück. In Russland des Extremismus beschuldigt und zu mehrjähriger Lagerhaft verurteilt, teilte Ende Dezember 2023 seine Sprecherin mit, dass der Kremlkritiker in das Straflager "Polarwolf" im Norden Russlands verlegt wurde.
Am 16. Februar 2024 ist er dort zu Tode gekommen.
Sein Tod erinnert viele Kenner der russischen Geschichte an die brutalen Bedingungen des GULAG.
Wie es dort zuging, wie die Menschen zu ihren eigenen Feinden wurden, wie sie unter unmenschlichen Bedinungen dort lebten. dokumentierte der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn in seinem Buch "Archipel GULAG". Das erscheint 1973 zuerst in französischer, 1974 in deutscher Übersetzung und verändert den Blick des Westens - vor allem der Westlinken - auf das sowjetische Regime, reißt ihm die menschliche Maske ab. Erst nach der Veröffentlichung im Westen finden abgetippte Kopien des russischen Originals ihren Weg in die Wohnungen der sowjetischen Intelligenzija - die Jagd nach Abschriften auf dünnen Schreibmaschinenpapier beschäftigt den KGB länger als ein Jahrzehnt.
Aus Zeitzeugen-Berichten konstruiert Solschenizyn ein Bild systematischen Terrors und systemischer Gewalt. Einer auf Zwangsarbeit basierenden, regelrechten Gefängnisindustrie, in der Gefangene misshandelt werden, ein hartes, ausbeuterisches System, das oft an Konzentrationslager erinnert.
Während der Perestroika wird der "Archipel" erstmals offiziell in der SU verlegt. Wladimir Putin empfiehlt ihn 2009 als Pflichtlektüre an russischen Schulen. Die Menschenrechtsorganisation "Memorial", die sich der Aufarbeitung des GULAGS verschrieben hat, lobt ihn damals dafür. Heute ist die Organisation verboten, mehrere Aktivisten von "Memorial" sind selbst in Lagerhaft.
Mitwirkende:
Hans Henrik Wöhler
Ellen Schweda
Tobias Barth
Lorenz Hoffmann
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Am Wendepunkt - Wenn das Leben die Richtung ändert

Sendetermine: ORF Ö1 - Samstag, 17. Feb 2024 09:05 Teil 17/0 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 30:00)
ORF Ö1 - Samstag, 17. Feb 2024 09:30 Teil 18/0 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 30:00)
Autor(en): Margit Atzler
Isabelle Engels
Johanna Hirzberger
Ilse Huber
Natasa Konopitzky
Julia Polczer
Johannes Pucher
Luna Ragheb
Eva Roither
Ernst Weber
Auch unter dem Titel: Ciwanna ergreift ihre Chance (1. Teil)
Ich habe die Entscheidung getroffen - und bin dabei geblieben (2. Teil)
Das war der Moment, an dem ich Panik bekam! (3. Teil)
Ich muss jetzt einen Paukenschlag machen, sonst hört das wieder niemand (4. Teil)
Ich kämpfe, damit ich weiterleben kann (5. Teil)
Ich wollte immer besser sein, als die anderen (6. Teil)
Warum tut da niemand was? (7. Teil)
Der Tag, an dem ich durch die Glaskuppel fiel (8. Teil)
Dann wurde mir bewusst, dass ich etwas ändern muss (9. Teil)
Was ich gar nicht mag, ist im Streit auseinander zu gehen (10. Teil)
Dann war es für mich plötzlich klar: Das ist es. (11. Teil)
Sie sagte zu mir: Ferdinand, ich begleite dich! (12. Teil)
Vier Wände, die nur mir gehören (13. Teil)
Vom Mut, Grenzen zu überwinden (14. Teil)
Aufruhr in der Mozartstadt (15. Teil)
Meine Eltern und ich wollten das am Anfang nicht wahrhaben - Jakobs Schuljahr im Krankenhaus (16. Teil)
Für Kinder ist nur das Beste genug! - Margarete Steiffs Kuscheltiere (17. Teil)
Osman Raghebs Traum vom Schauspiel (18. Teil)
Produktion: ORF 2021, 319 Min. (Stereo) - Feature
Komponist(en): Stefan Weber
Ton: Otmar Bergsmann
Ton: Ralph Gabriel
Ton: Fridolin Stolz
Ton: Milos Ikic
Inhaltsangabe: Teil 1/12: 'Ciwanna ergreift ihre Chance.' (Von Isabelle Engels) Sängerin Ivana Cibulova ist in der Slowakei aufgewachsen und gehört der ethnischen Minderheit der Roma an. Sie beschreibt, wie sie beim ORF-Wettbewerb 'Die große Chance' eine mutige Entscheidung trifft. Ivana Cibulova ist in der Slowakei aufgewachsen und gehört der ethnischen Minderheit der Roma an. Sie hat eine Ausbildung zur Diplomkrankenpflegerin absolviert und im Krankenhaus gearbeitet. Schon als Kind singt sie, als Teenager träumt sie von der Bühne und als junge Frau wir sie in einer populären Band als Sängerin engagiert. Später startet sie unter dem Künstlernamen 'Ciwanna' ihre Solokarriere. Ein Schicksalsschlag unterbricht diesen Erfolgsweg. Ivana Cibulova zieht nach Österreich, um in einem Pflegeheim zu arbeiten. Das Singen gibt sie jedoch nie auf. 2014 bewirbt sich die damals 31jährige bei der Talente-Show des ORF 'Die Großen Chance' und schafft es bis ins Finale. Kurz davor passiert etwas, das sie mitten ins Herz trifft. Und sie beschließt, sich zu wehren. Auf ihre Weise. --- Teil 2/12: 'Ich habe die Entscheidung getroffen - und bin dabei geblieben.' (von Ilse Huber) Vor 30 Jahren änderte sich für die Familie Fischer alles: Die Eltern zogen mit ihren vier Kindern aufs Land in einen Bauernhof und gründeten ein sozialtherapeutisches Projekt. Das taten sie wegen Arthur. Er war der jüngste der Familie, Autist, und liebte die Natur. Der damals 19-jährige Arthur blühte auf, wenn er mit der Scheibtruhe fahren, das Gras mähen und sich mit den Tieren beschäftigten konnte. Also baute die Familie Fischer einen verfallenen Bauernhof zu einem biologisch-dynamischen Landwirtschaftsbetrieb um. Und zwar so, dass auch andere junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen dort leben können. Mit dem Verein und über das Projekt Himmelschlüsselhof entstand eine sozialtherapeutische Arbeits- und Lebensgemeinschaft, in der heute zwölf Klienten samt Betreuerinnen und Therapeuten auf dem Anwesen leben und neben Land- und Forstwirtschaft auch eine Weberei, eine Tischlerei, eine Gärtnerei und eine Bäckerei betreiben. Abgerundet wird ihr Alltag durch Kunst und Bewegung in der Natur- mit und ohne Vierbeiner. In den vergangenen 30 Jahren ist mehr passiert als sich Mutter Margit Fischer je vorstellen konnte. Nach wie vor treibt sie ihr fester Wille an, das fortzusetzen, was sie einst begonnen hat. Die Kraft dieses Ortes prägt und trägt sie weiter. Hier ist sie zuhause- mitsamt den zu betreuenden Männern und Frauen, den Pferden, Kühen, Seidenhühnern, Zwergeseln und Alpakas. ------ Teil 3/12: 'Das war der Moment, an dem ich Panik bekam!' (Von Johanna Hirzberger) Sihaam Abdillahi ist Österreichs erste Schwarze kopftuchtragende Landeschüler/innenvertreterin und bereitet sich auf eine Zukunft in der Politik vor, bis Reaktionen auf Social Media sie tief verunsichern. 7. September 2020. Wien steht am Anfang der Gemeinderatswahlen und die 17-jährige Sihaam Abdillahi steht am Anfang ihrer politischen Karriere. Sie hat es geschafft, sie ist Österreichs erste Schwarze, kopftuchtragende Landesschüler:innenverterterin. Damit hat sie den Grundstein für ihre Zukunft gelegt. Ihr Ziel: Österreichs erste Bundeskanzlerin zu werden. Anlässlich des Schulstarts und der wenig zufrieden stellenden Corona-Maßnahmen demonstriert sie gemeinsam mit Mitschüler:innen vor dem österreichischen Bildungsministerium in ihrer Funktion als Landesschüler:innensprecherin. Durch ihren Auftritt wird Sihaam über Nacht zur Zielscheibe rechter Politiker:innen, erhält Hassnachrichten, wird auf Twitter diffamiert und lernt den gelebten Rassismus von einer neuen, institutionalisierten Perspektive kennen. --- Teil 4/12: 'Ich muss jetzt einen Paukenschlag machen, sonst hört das wieder niemand.' (Von Natasa Konopitzky) Im Alter von 16 Jahren wird die Skirennläuferin Nicola Werdenigg von Team-Kollegen vergewaltigt. Über 40 Jahre später geht sie an die Öffentlichkeit. Als die ehemalige Skirennläuferin Nicola Werdenigg 2017 von einem Volleyballtrainer liest, der jahrelang junge Mädchen missbraucht hat, wird sie wütend. Sie beschließt zu handeln. Die Öffentlichkeit muss aufgerüttelt, eine Debatte über Missstände im österreichischen Sport losgetreten werden. Nicola Werdenigg will über Sexismus, Leistungsdruck, Einschüchterung, verbale und physische Gewalt und sexuelle Übergriffe durch Trainer, Heimerzieher und Funktionäre sprechen. Ihre eigenen Erlebnisse als junge Sportlerin möchte sie nicht thematisieren. Es soll um das System gehen, um Machtmissbrauch, um strukturelle Gewalt. Als sie beim Interview dem Journalisten gegenübersitzt, beschließt sie spontan doch 'alles auf den Tisch zu legen' - wie sie sagt. Sie erzählt von ihrer Vergewaltigung. In dem Moment ist ihr klar: 'Jetzt beginnt etwas, das nicht mehr zu stoppen ist'. Als sie am Tag der Veröffentlichung des Gesprächs in der Tageszeitung 'Der Standard' ihr Handy einschaltet, hat sie mehr als 200 Nachrichten erhalten. Was folgt, sind unzählige Interviews und ein riesiger Medienwirbel. Der österreichische Skiverband droht mit Klage, Sportlerkolleginnen bezichtigen sie der Lüge, Sportfans beschimpfen sie auf offener Straße. Aber es kommt auch viel Zuspruch von anderen Betroffenen. Die Staatsanwaltschaft beginnt zu ermitteln, Untersuchungskommissionen werden eingesetzt, Täter suspendiert und angeklagt. Ein Wendepunkt sowohl für den Sport in Österreich als auch für Nicola Werdenigg persönlich. ------ Teil 5/12: 'Ich kämpfe, damit ich weiterleben kann.' (von Luna Ragheb) Serpil Temiz Unvar erzählt, wie sie seit dem Tod ihres Sohnes gegen Rassismus kämpft. Ferhat Unvar ist bei dem Anschlag in Haunau ums Leben gekommen. 'Tot sind wir erst, wenn man uns vergisst.' Diese Worte publizierte Ferhat Unvar 2015 auf seiner Facebookseite. Er starb am 19. Februar 2020 in Hanau bei einem rassistisch motivierten Anschlag mit acht weiteren Menschen. Seine Mutter Serpil Temiz Unvar hat sich die Parole zur Lebensaufgabe gemacht und in seinem Namen eine Bildungsinitiative gegründet, damit ihr Sohn stets in Erinnerung bleibt. Seither kämpfen an ihrer Seite viele junge Freund:innen von Ferhat. Gemeinsam junge Menschen stärken, gegen Rassismus sensibilisieren und Chancengleichheit im Bildungswesen fördern - das sind ihre Ziele für eine tolerante und demokratische Zukunft. Das Porträt einer Mutter, die in einer Nacht alles verloren hat. --- Teil 6/12: 'Ich wollte immer besser sein, als die anderen.' (von Johanna Hirzberger) Christian E. Weißgerber steht 2010 am Höhepunkt seiner Karriere als Rechtsextremer. Im selben Jahr steigt er aus. Im Wendejahr der DDR geboren, wächst Christian E. Weißgerber in der ostdeutschen Mittelstadt Eisenach auf. Geprägt vom Verlust der Mutter, häuslicher Gewalt, dem ostdeutschen Arbeitermilieu und dem Bedürfnis 'besser zu sein als die anderen' findet er in der Nazi-Szenen neue Perspektiven. Er gehört bald zur Führungsriege der 'Autonomen Nationalisten' in Thüringen. Mit Anfang Zwanzig produziert Weißgerber Propaganda-Videos für YouTube, verfasst Kampfschriften und bereitet sich körperlich auf den Endkampf vor. Besessen davon, die Welt nach seinen Vorstellungen zu verändern, beginnt am Höhepunkt seiner rechtsextremen Karriere seine Ideologie zu bröckeln. --- Teil 7/12: 'Warum tut da niemand was?' (von Isabelle Engels) Der Historiker Florian Wenninger beobachtet die Flüchtlingskrise 2015 mit wachsender Sorge. Die Frage seines Kindes gibt den Anstoß für eine abenteuerliche Hilfsaktion. Im Jahr 2015 kommt es zu einer großen Fluchtbewegung aus Kriegsgebieten wie Afghanistan und Syrien nach Europa. Die Lage spitzt sich Ende August an der noch geschlossenen ungarisch-österreichischen Grenze dramatisch zu. Den Flüchtlingen droht die zwangsweise Unterbringung in Lagern. In Wien hören der 37-jährige Historiker Florian Wenninger und seine Familie diese Nachrichten beim Abendessen. Da stellt der 7-jährige Sohn eine Frage, die auf seinen Vater als entscheidender Anstoß wirkt. Noch in derselben Nacht setzt sich Florian Wenninger ins Auto und fährt nach Ungarn. Am Bahnhof in Györ trifft er auf eine erschöpfte und verzweifelte 16-köpfige Großfamilie aus Syrien. Eine Begegnung, die für ihn und das Leben der Schwestern Avjeen und Yengin von großer Bedeutung sein wird. Die Interviews mit Florian Wenninger und Avjeen wurden für das Projekts 'MenschenLeben' an der Österreichischen Mediathek geführt. Das Fluchtauto ist Sammlungsobjekt des Technischen Museum Wien.' --- Teil 8/12: 'Der Tag, an dem ich durch die Glaskuppel fiel.' (Von Eva Roither) Die 17-jährige Maria reist mit Schulkolleg/innen nach Frankreich. Ein Unfall verändert ihr Leben von Grund auf. Maria Anders(*) beschreibt sich als burschikoses, bewegungsfreudiges Kind. In den teils verwilderten Gärten an der Alten Donau in Wien klettert sie auf Bäume, mit ihren Eltern unternimmt sie Radtouren, sie übt mit ihrem Vater den Handstand und wie man ein Rad schlägt. Auf dem Bauernhof ihrer Tante verbringt sie die Zeit nicht etwa mit Lesen oder Fernsehen, sondern versucht, auf einem angeketteten Jungstier zu reiten. Es sei eine freie, schöne Kindheit gewesen, erzählt sie. Die Schule schränkt diese Freiheit ein. Ihre Noten sind mittelmäßig bis schlecht. Turnen ist der einzige Gegenstand, dem die Gymnasiastin etwas abgewinnen kann. 'Ich habe meine Eltern oft zur Verzweiflung gebracht.' Das bleibt so, bis sie 17 ist. Um ihr Französisch aufzubessern, unternimmt sie im Sommer 1995 mit Freund/innen eine Sprachreise nach Frankreich, nach Saint-Malo. Es ist ihr erster Urlaub ohne Eltern. In einer Unterrichtspause steht sie mit einer Gruppe auf dem Schulhof, 'blödelt herum', wie sie sagt, stolpert und fällt rücklings durch eine baufällige Glaskuppel mehrere Meter in den darunter liegenden Keller. Sie ist schwer verletzt, wird mehrmals operiert, doch die Folge dieses Sturzes ist eine Querschnittlähmung. Maria Anders erzählt, wie sie sich Schritt für Schritt neu orientieren muss. Erzählt von der liebevollen Hilfe ihrer Eltern, auch ihrer Freund/innen. 'Ich glaube, dass ich dadurch schneller erwachsen geworden bin. Ich habe studiert. Und ich habe Verantwortung für meine Situation übernommen.' Heute berät Maria Anders als klinische Psychologin Krebspatient/innen. (*) Name von der Redaktion verändert --- Teil 9/12: 'Dann wurde mir bewusst, dass ich etwas ändern muss' (Von Ernst Weber) Guillermo von Breymann und die Vorarlbergerin Manuela Rümmele geben ihr Leben in Europa auf und werden Bauern im Dschungel von Costa Rica. Der aus Costa Rica stammende Guillermo von Breymann hat als Ingenieur gearbeitet. Er hatte etwas erreicht, von dem viele seiner Landsleute nur träumen: Nach einem Technikstudium in den USA bekommt er einen gut bezahlten Job als Testentwickler bei einer großen Autofirma in München. Doch nach 18 Jahren gibt er sein Stadtleben auf. Er zieht mit seiner österreichischen Lebensgefährtin Manuela Rümmele auf eine Finca in Costa Rica. In einem Dschungel auf einem Berghang betreiben die beiden Naturliebhaber eine Permakultur Landwirtschaft, bauen ein paar Gästezimmer und richten ein Tonstudio ein. Einfach ist das Leben in der Abgeschiedenheit nicht: Die Quereinsteiger müssen wochenlangem Regen und orkanartigem Wind trotzen und in mühsamer Arbeit die steilen Hänge bewirtschaften. Ihren Ausstieg bereuen sie nicht. --- Teil 10/12: 'Was ich gar nicht mag, ist im Streit auseinander zu gehen.' (Von Johannes Pucher) Über drei Wochen lang liegt Elke Pöcksteiner im künstlichen Tiefschlaf. Ursache ist eine Covid-19 Infektion. Mit den Folgen ihrer Erkrankung hat sie monatelang zu kämpfen. Diese Zeit wird ihren Blick auf das Leben nachhaltig verändern. Am vierten Dezember 2020 steht Elke Pöcksteiner in ihrer Küche und ist dabei, Kekse zu backen, als ihr leicht fröstelt. Kaum eine Stunde später verlassen sie unter der Dusche ihre Kräfte. Sie hat 39 Grad Fieber. Am nächsten Morgen bestätigt das Testergebnis die nahe liegende Vermutung: Die 38-Jährige hat sich mit Covid-19 infiziert. Erst als eine engagierte Notärztin den niedrigen Sauerstoffgehalt in Pöcksteiners Blut feststellt, wird ihr der Ernst der Lage bewusst. Im Krankenhaus beginnt ein wochenlanger Kampf um ihr Leben. Elke Pöcksteiner ist eine von rund 75 Covid-19 Infizierten (Wert für den Zeitraum 2020), die auf der Intensivstation behandelt werden müssen. 23 Tage davon befindet sie sich im künstlichen Tiefschlaf. Der wahre Kampf beginnt aber erst nach dem Aufwachen. Aufgrund einer Beatmungssonde kann Pöcksteiner nicht sprechen und aufgrund des Muskelschwundes kann sie sich kaum selbstständig bewegen. Sie erzählt von ihren Erfahrungen im Krankenhaus, wie sie sich im Rehabilitationszentrum für Long-Covid Patient/innen in Weyer zurück ins Leben trainiert hat. Und sie erzählt davon, was sie für sich aus dem Erlebten gelernt hat. Langzeitfolgen blieben ihr erspart, doch es dauerte insgesamt neun Monate bis ihr schließlich der Arzt sagt: 'Eigentlich ist es ein Wunder, aber ihre Lunge sieht jetzt wieder aus wie von einem gesunden Menschen.' --- Teil 11/12: 'Dann war es für mich plötzlich klar: Das ist es.' (von Natasa Konopitzky) Im Leben von Anton Sutterlüty gab es viele Wendepunkte. Der erste war im Alter von zehn Jahren: Anton Sutterlüty griff auf dem Bauernhof seiner Eltern zum Telefonhörer und meldete sich in einem katholischen Internat an. Er wollte Priester werden. Der zweite Wendepunkt kam zehn Jahre später. Bei einem Spaziergang wurde dem Theologiestudenten klar, dass er seinen Glauben verloren hatte. Er trat aus der Kirche aus, studierte Kunstgeschichte und wurde Kunstvermittler in Wien. Mit Mitte 30 saß er vor dem Fernseher und schaute die Millionenshow. Da hatte er eine spontane Eingebung: Er bewarb sich als Kandidat. Im Jänner 2001, saß er gemeinsam mit 30 anderen KandidatInnen im Bus nach Köln, wo die Aufzeichnung der Millionenshow stattfand. Die einen hofften ihre Schulden abbezahlen zu können, die anderen träumten von großen Häusern und schnellen Autos. Anton Sutterlüty hatte keine Pläne. Zehn Millionen Schilling waren eine unvorstellbare Summe für ihn. Mit einem Glücksstein in der Tasche, den er am Vortag gemeinsam mit seinem kleinen Sohn gefunden hatte, saß er in der Mitte des Studios und gewann als Erster in der Geschichte der Millionenshow den Hauptgewinn. Er behielt zunächst seinen Job, versuchte sich als Performer. Schließlich zog es ihn zum Käsemachen und zum Käsehandel. Da hatte er das Gefühl, angekommen zu sein. 'Der Käse hat mich mitgenommen und wir haben eine gemeinsame Reise gestartet, die bis heute anhält', erzählt Sutterlüty. --- Teil 12/12: 'Sie sagte zu mir: Ferdinand, ich begleite dich!' (von Eva Roither) 'Die Bilder sind alle da. Alle. Ich muss nur die Augen schließen, da beginnen sie, sich zu bewegen.' Bei dieser Bewegung dabei zu sein, ist ein Erlebnis. Ferdinand Planegger, Jahrgang 1946, ist ein Erzähler, der die Zuhörer:innen mitnimmt zur entscheidenden Wende seines Lebens: Ende der 1970er Jahre ist er Mitte dreißig, hat keine feste Unterkunft, ist schwerer Alkoholiker. Durch einen Aufkleber wird er auf die Telefonseelsorge aufmerksam. Er beginnt, von der Telefonzelle aus, mit den Beraterinnen zu reden, manchmal stundenlang. Immer wieder werden für ihn Termine beim sozialmedizinischen Dienst ausgemacht, um einen Entzug in die Wege zu leiten. Eineinhalb Jahre lang. Aber er schafft es nicht. 'Ich trau mich nicht, ich schäm mich so', sagt er zu einer der Beraterinnen, bis diese den für ihn entscheidenden Vorschlag macht, ihn zum Arzt zu begleiten. Planeggers zweites Leben beginnt mit dem Alkohol-Entzug und dem Nachholen des Schulabschlusses, des Facharbeiterbriefes, der Meisterprüfung für Fliesenleger und mit der Gründung eines Fliesen-Fachbetriebes in Salzburg. Aber damit nicht genug: In der Pension beginnt er zu schreiben. --- Teil 13: 'Vom Mut, Grenzen zu überwinden' Charlie Mayr (Jahrgang 1964) wird mit einer sehr seltenen Augenerkrankung geboren. Ectopia Lentis. Das Sehvermögen verschlechtert sich im Lauf des Lebens. Nach der Hauptschule soll der junge Innviertler als Hilfsarbeiter auf den Bau gehen. Charlie Mayr haut aus seinem Heimatdorf im oberösterreichischen Innviertel ab und schlägt sich in Wien durch. Durch Zufall findet er zur Leichtathletik. Zuerst trainiert er Mehrkampf, später spezialisiert er sich auf Kugelstoßen. Der damals knapp 30jährige gewinnt die Staatsmeisterschaften der Sehbehinderten im Kugelstoßen und erreicht 1995 bei den regulären Staatsmeisterschafen den 3. Platz. Ein Jahr später: Weltrekord im Kugelstoßen bei den Sehbehinderten. Er feiert Erfolge - in beiden Welten. Seit 2000 organisiert Charlie Mayr die Multisportwoche für Sehbehinderte im Salzkammergut. Diese Trainingswoche öffnet Kindern und Jugendlichen den Zugang zu sportlicher Betätigung. Manche der TeilnehmerInnen können in diesem Rahmen das erste Mal in ihrem Leben bestimmte Sportarten ausprobieren und gewinnen Vertrauen in ihre Fähigkeiten. --- Teil 14: 'Vier Wände, die nur mir gehören.' Eines Tages im Jahr 2015 sitzt Mona Gandhi* zitternd in ihrer Küche. Nach über zehn Jahren in einer gewalttätigen Ehe wird ihr bewusst, dass sie hier weg muss - trotz ihrer beiden Kinder. Sie verlässt ihre Familie und wird von einen Tag auf den anderen wohnungslos. Drei Jahre hält sie sich abwechselnd in Frauenhäusern auf, in Obdachlosenquartieren, bei Freundinnen oder in der Psychiatrie. Mit Hilfe einer engagierten Sozialarbeiterin bekommt sie schließlich über die Organisation Neunerhaus wieder eine eigene Wohnung. Seitdem kämpft sie sich zurück ins Leben. Heute berät sie selbst obdachlose Menschen. *Name von der Redaktion geändert --- Teil 15: Aufruhr in der Mozartstadt (von Ernst Weber) In den frühen 1980ern ist die Stadt Salzburg im Umbruch. Karajan und die Hochkultur der Festspiele dominieren das Kulturverständnis. Für Jugend- und Alternativkultur gibt es weder Förderungen noch Verständnis. Im studentischen Milieu von Wohngemeinschaften und Studentenheimen entstehen Gegenbewegungen. Jungendgruppen, Kultur- und Sozialinitiativen verlangen ein autonomes Kulturzentrum. Nach der kurzfristigen Besetzung des Petersbrunnhofes fordern die Aktivist:innen von der Stadt den Ankauf eines ehemaligen Brauereigeländes am sogenannten Rainberg. Nach ergebnislosen Verhandlungen lassen sich die Student:innen nicht länger abspeisen. Mit kreativem Aktionismus und Demonstrationen vor Kirchen und vor dem Festspielhaus rebellieren sie gegen die Kulturpolitik und begehren gegen die konservative Öffentlichkeit auf. Einer der Höhepunkte ist die sogenannte 'bunte Demo' im Juni 1984: Der Psychologiestudent Alfred Aichinger verkleidet sich als Bischof, lässt sich auf einer Sänfte rund um den Domplatz tragen und weiht Kirchenbesucher mit einem Klobesen. Dafür muss er sich wegen Gotteslästerung vor Gericht verantworten. 1987 schließlich ermöglicht die Stadtverwaltung ein selbstverwaltetes Kulturzentrum - die ARGE Nonntal. Der Psychotherapeut Alfred Aichinger und der Konzertveranstalter Paul Donner erzählen von den turbulenten Zeiten. Mit ihrer 1983 gegründeten Psychorock-Band 'Inflagranti' - einem frechen Aushängeschild der Kulturproteste - treten sie noch heute auf. --- Teil 16: Meine Eltern und ich wollten das am Anfang nicht wahrhaben - Jakobs Schuljahr im Krankenhaus (von Julia Polczer) Es ist Lockdown in Österreich. Jakob fällt es an manchen Tagen schwer, in der Früh aufzustehen. Hobbys, soweit zu dieser von der Pandemie geprägten Zeit möglich, verfolgt er kaum. Auch als die Schulen wieder öffnen, bleibt er immer öfter dem Unterricht fern. Das war nicht immer so. Alles hat schleichend begonnen: In der Volksschule fehlt Jakob manchmal, aber nicht auffällig oft. Er kommt ins Gymnasium, wo sich seine Absenzen trotz Freundeskreis und vorhandener Motivation häufen. Seine Eltern wissen nicht weiter. Auch ein Schulwechsel bringt nicht die erhoffte Verbesserung. Die Ursachen für Jakobs Verhalten bleiben lange ungeklärt - bis er einen Platz in der Heilstättenschule der Kinder- und Jugendpsychiatrie im AKH Wien bekommt. Aus den anfangs geplanten acht Wochen wurde ein ganzes Schuljahr. Ein Jahr danach erzählt der heute 15-jährige Jakob von seinem Umgang mit der Diagnose ADHS, Depression und Angststörung sowie den Höhen und Tiefen seines jungen Lebens.
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Teil 17: Für Kinder ist nur das Beste genug! - Margarete Steiffs Kuscheltiere
Der Knopf im Ohr - ein Erkennungszeichen. Ob Elefäntle, Pinguin oder Teddybär. Die Stofftiere haben Generationen von Menschen begleitet. Ermöglicht, erfunden und erstmals genäht von Margarete Steiff haben sie nicht nur den Kindern Liebe und Freude gebracht, sondern auch der Schöpferin selbst. Die am 24. Juli 1847 im süddeutschen Giengen an der Brenz geborene Margarete Steiff erkrankte an Kinderlähmung. Willensstark wie sie war, konnte sie sowohl den Schulbesuch durchsetzen, als auch den Wunsch, Näherin zu werden. Später gründet sie in einer von Männern dominierten Welt ihre eigene Firma - und baut ein Spielwaren-Imperium auf. Ihre Teddys aus Stoff werden zum Welterfolg.
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Teil 18: Osman Raghebs Traum vom Schauspiel 'Gib die Hoffnung nicht auf, eines Tages wirst du den großen Fang machen.' Osman Raghebs Traum vom Schauspiel
Von klein auf träumt mein Großvater Osman Ragheb davon, Schauspieler zu werden. In seiner Jugend im ägyptischen Alexandria, liest er in den 1940er Jahren laut aus der lokalen englischsprachigen Tagespresse vor und ahmt den britischen Nachrichtensprechern nach, er beteiligt sich an der Shakespeare-Inszenierung seiner Schule, dem elitären Victoria College oder spielt vor der Kameralinse seines Schulkameraden, dem später berühmten Filmregisseur Youssef Chahine, alle Rollen eines kurzen Krimis - die junge Frau im geblümten Kleid mit Absatzschuhen und geflochtenen Zöpfen oder auch den Mörder mit Messer, Hut und langem Gewand. Tatsächlich gelingt es ihm, seine Eltern davon zu überzeugen, nach seinem Chemiestudium in London eine renommierte englische Schauspielschule zu besuchen. Erfolgreich schließt er 1953 die Ausbildung ab, doch sein großer Traum in England auf der Bühne zu spielen, geht nicht Erfüllung. Die britische Regierung erteilt ihm als Ausländer keine Arbeitsgenehmigung. Nach Ägypten will er nicht zurück. Das Englische - die Erstsprache von Osman Ragheb - verliert nach dem endgültigen Machtverlust der Briten unter dem ägyptischen Staatsmann Nasser in den 1950ern an Bedeutung. Sein Traum, in Shakespeare-Stücken ein englisches Publikum zu begeistern, platzt. Doch etwas Neues beginnt. Er bricht nach Österreich auf, das Heimatland seiner Mutter und endet über Umwege in Deutschland. Heute, als über 90-Jähriger blickt er auf eine berufliche Karriere voller Wendungen zurück. Zwar auf keiner Theaterbühne, dafür stets nah am Schauspiel.
Mitwirkende:
Eva Mayer
Roman Eichinger
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(Re)produktion - Mutterschaft und Autorschaft

Sendetermine: WDR 3 - Samstag, 17. Feb 2024 12:04, (angekündigte Länge: 54:00)
Autor(en): Julia Trompeter
Produktion: WDR 2021, 54 Min. (Stereo) - Feature
Regie: Friederike Wigger
Technische Realisation: Christian Bader
Regieassistenz: Dirk Leyers
Inhaltsangabe: Gedichte schreiben zwischen Babybrei-Resten? Kunst und Kinderbetreuung gehen im Alltag selten zusammen. Oder muss Kreativität nur einfach neu definiert werden?
Kinder haben fordert und erfordert vieles, vor allem wenn sie klein sind: Zuwendung, Kraft, Konzentration und Zeit, viel Zeit. All das, was auch für den kreativen Prozess lebensnotwendig ist. Mutter sein und berufstätig, schon das ist in unserer Gesellschaft schwierig genug. Mutter sein und weiter schreiben zu wollen – das ist nahezu unmöglich. Und wieder einmal, scheint es, stehen Frauen mit diesem Problem allein.
Mitwirkende:
Maria Hartmann
Lisa Hrdina
Daniel Minetti
Kay Bartholomäus Schulze
Julia Trompeter
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MeToo im Deutsch Rap

Sendetermine: BR 2 - Samstag, 17. Feb 2024 13:05 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Marc Bädorf
Auch unter dem Titel: Ich habe zwanzigmal nein gesagt (Untertitel)
Produktion: BR 2024, ca. 55 Min. (Stereo) - Feature
Inhaltsangabe: Solche Vorwürfe sind in der Deutschrap-Szene nicht unbedingt etwas Neues. Normalerweise verschwinden die Anschuldigungen nach ein paar Tagen wieder, spielen keine Rolle mehr. Eine grundsätzliche Debatte über die herrschenden Machtstrukturen und den Frauenhass gab es bisher nicht. Gegen Veröffentlichungen, die das Thema aufwarfen, gingen die Rapper vor. Zudem schien es die jungen Menschen, die Deutschrap hauptsächlich hören, auch nicht wirklich zu interessieren. Nach den Vorwürfen der Influencerin gegen den Rapper wirkte es so, als würde es diesmal anders laufen. Dutzende Frauen haben sich - oft anonym - gemeldet und von ihren Erfahrungen mit sexueller Gewalt im Deutschrap berichtet. Die Szene hat darauf reagiert mit: Gewalt. Vor allem die älteren Rapper drohen allen, die sich der Sache irgendwie annehmen: Ob das Frauen sind, die Vorwürfe öffentlich machen - oder die wenigen, meist jüngeren und weiblichen Rapper, die sich ihnen zur Seite stellen. Es geht auch darum, wie Rap aussehen soll: Was ist noch authentisch? Wieso werden die antifeministischen und antiemanzipatorischen Texte, die es bei fast jedem deutschen Rapper regelmäßig zu hören gibt und die teils plump daherkommen, so verherrlicht? Und was bedeutet das alles für Frauen in der Szene?
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Tatort Ostsee

Sendetermine: WDR 5 - Samstag, 17. Feb 2024 13:30 Teil 4/4 (gekürzt) , (angekündigte Länge: 30:00)
Autor(en): Marcus Engert
Sandro Schroeder
Auch unter dem Titel: Ein Loch im Meer (1. Teil)
Das Beben (2. Teil)
Die Quelle im Kopf (3. Teil)
Augen in Erbsensuppe (4. Teil)
Klopfen im Kriegsgebiet (5. Teil)
Produktion: NDR/ARD/DIE ZEIT/SZ 2023, 224 Min. (Stereo) - Feature
Regie: Lisa Krumme
Komponist(en): Michael Dommes
Technische Realisation: Kay Poppe
Inhaltsangabe: Ein Segelschiff, etwas über 15 Meter lang - kann man damit eine Pipeline in die Luft sprengen? Das fragen sich nicht nur die Ermittler, sondern auch die Journalistinnen und Journalisten in unserem Team. Für diesen Podcast probieren wir es aus. Mit der Original-Yacht geht es aufs Wasser und mit Profi-Tauchern runter zum Tatort. Ein Selbstversuch, der tödlich enden kann.
Mitwirkende:
Marcus Engert
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Der Blaulichtreporter

Sendetermine: RBB Kultur - Samstag, 17. Feb 2024 14:00, (angekündigte Länge: 60:00)
Autor(en): Mitya Churikov
Sebastian Schneider
Auch unter dem Titel: Morris fotografiert Unfälle und Einsätze (Untertitel)
Produktion: rbb 2024, 29 Min. (Stereo) - Feature
Regie: Oliver Martin
Inhaltsangabe: Brennende Häuser, Autowracks, Tote unter Abdeckplanen: Morris Pudwell fotografiert alles, was Klickzahlen und Auflage bringt. Es ist eine Welt der versteckten Codes, der Banalität von Gewalt, Bildern im Kopf, die man nicht mehr los wird.
Wenn es dunkel wird, zieht der Berliner mit seiner Kamera los. Auch der rbb kauft seine Bilder. Kommt der Morgen, verschickt Morris seine Beute an die Zeitungsredaktionen Berlins und hofft, dass er seine Konkurrenz ausstechen konnte.
Die Bilder dieser Nächte erzählen etwas über den Voyeurismus, der uns alle hin zu den Schattenseiten der Stadt zieht. Deep Doku begleitet einen getriebenen Mann.
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Avantgarde unterm Eiffelturm

Sendetermine: BR-Klassik - Samstag, 17. Feb 2024 14:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Markus Vanhoefer
Auch unter dem Titel: Zum 125. Geburtstag des Komponisten Georges Auric (Untertitel)
Produktion: BR 2024, 54 Min. (Stereo) - Feature
Technik: Andreas Lucke
Inhaltsangabe: Er war der jüngste von sechs wilden Parisern, die während der 1920er die klassische Moderne ihrer Zeit gehörig aufmischten. Allein als Mitglied der einflussreichen „Groupe de Six“ hat sich George Auric einen Stammplatz im Musiklexikon gesichert. Der vor 125 Jahren geborene Sohn einer Hoteliers-Familie aus Montpellier war jedoch ein Mann mit mehreren künstlerischen Gesichtern. So stieg er im Windschatten des legendären Avantgardisten Jean Cocteau auf zu einem der erfolgreichsten und vielfältigsten europäischen Filmkomponisten. Aurics Soundtrack zum Blockbuster "Der Glöckner von Notre-Dame" gilt heute als einer der Klassiker des Genres. Die Sendung erzählt von einem Komponisten, dem es gelang, Widersprüchliches in sich zu vereinen, Kunst und Kommerz, Bildungsbürgertum und Sozialismus, und der trotzdem immer er selbst blieb.
Mitwirkende:
Hans Jürgen Stockerl
Christoph Jablonka
Benedikt Schregle
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Der starke Stamm

Sendetermine: BR 2 - Samstag, 17. Feb 2024 15:05, (angekündigte Länge: 115:00)
Autor(en): Marieluise Fleißer
Produktion: BR 1979, 77 Min. (Stereo) - Bearbeitung Theater
Genre(s): Komödie
Mundarthörspiel (bayerisch)
Regie: Edmund Steinberger
Bearbeitung: Edmund Steinberger
Inhaltsangabe: Hintergrund für das 1950 uraufgeführte Volksstück bildet das Milieu der kleinen Ingolstädter Handwerksleute und ihrer bäuerlichen Verwandtschaft. Mit dem Tod einer biederen Sattlersfrau beginnt alles. Familie und Nachbarn mischen sich ein und auf, aber nichts geht so, wie jeder einzelne im eigenen Interesse spekuliert.
Marieluise Fleißer hat hier derb, handfest und überzeugend Charaktere geschaffen, die zeitlos realistisch sind. In der Gestaltung gesellschaftlich und menschlich verwüsteter Kleinbürger, die ausschließlich nach Besitz streben, ersteht wie nebenbei auch ein Bild der bundesdeutschen Nachkriegszeit.
Mitwirkende:
Erzähler Gustl Weishappel
Leonhard Bitterwolf Fritz Straßner
Balbina Veronika Fitz
Anna Ilse Neubauer
Hubert Bitterwolf Bernd Helfrich
Schwager Bitterwolfs Karl Obermayr
Metzger Jackl Max Griesser
Onkel von Rottenegg Ludwig Schmid-Wildy
Schindler Walter Fitz
Vetter Willy Schultes
Hebamme Marianne Lindner
Gerichtsvollzieher Oskar Eckmüller
Schutzmann Werner Zeussel
Marianne Brandt
Luise Deschauer
Martha Kunig-Rinach
Maria Stadler
Gerd Deutschmann
Herbert Nußbaum
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ARD Radio Tatort 186:

Bomber

Sendetermine: WDR 5 - Samstag, 17. Feb 2024 17:04, (angekündigte Länge: 54:00)
SWR 2 - Samstag, 17. Feb 2024 19:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Simone Buchholz
Produktion: NDR 2024, 53 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Genre(s): Krimi
Regie: Eva Solloch
Komponist(en): Sicker Man
Regieassistenz: Luca Toboll
Technische Realisation: Christian Alpen
Technische Realisation: Manuel Glowczewski
Technische Realisation: Angelika Körber
Technische Realisation: Sebastian Ohm
Technische Realisation: Philipp Neumann
Dramaturgie: Susanne Birkner
Inhaltsangabe: Eine gewaltige Explosion durchbricht die Stille der Dorfnacht: Im nieder-sächsischen Westerhude zerstören Rohrbomben drei Windräder.
Die Extremismus-Einheit aus Verden an der Aller wird hinzugezogen, aber es gibt weder Spuren noch Bekennerschreiben. In Sichtweite lebt eine Alten-WG auf einem Rasthof. Da die Seniorinnen und Senioren seltsam entspannt sind angesichts der Explosionen, wird die verdeckte Ermittlerin Jules Dombrowski als Pflegerin für die bettlägerige Heidelinde eingesetzt. Der Beginn einer zarten, wunderbaren Freundschaft im Schatten der Windrad-Ruinen. Währenddessen nehmen Gina Scarafilo und Philipp von Treuenfels sich das Dorf vor – und stoßen auf einen historischen Schützenverein mit rechtskonservativer Gesinnung und einer Menge Schwarzpulver im Vereinsheim.
Mitwirkende:
Gina Scarafilo Nina Kronjäger
Philipp von Treuenfels David Vormweg
Jules Dombrowski Hanna Plaß
Polizist 1 Bjarne Mädel
Durchsage Achim Buch
Uli Flemming Peter Franke
ältere italienische Stimme Angela Roy
Stimme aDH Adrian Saidi
An- und Absage Dorina Maltschewa
Athi Ulrich Gebauer
Lilo Hildegard Schmahl
Heide Hannelore Hoger
Walt Christian Redl
Rhett José Barros-Moncada
Radiostimme Sönke Peters
Stimme italiensch Martin Zylka
Ledermantel Brigitte Janner
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Auf Sumpf gebaut

Sendetermine: DLR - Samstag, 17. Feb 2024 18:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Mirjam Brusius
Lorenz Rollhäuser
Auch unter dem Titel: Imperiale Träume auf der Berliner Museumsinsel (Untertitel)
Produktion: DLR/SWR 2022, 54 Min. (Stereo) - Feature
Regie: Lorenz Rollhäuser
Inhaltsangabe: Nofretete, Pergamonaltar und Ishtar Tor: Die Berliner Museumsinsel ist ein Besuchermagnet, der jährlich Millionen Touristen durch seine Museen schleust − und imperiale Welten rekonstruiert, statt sich der heutigen Gesellschaft zu öffnen.
Wie das wiederaufgebaute Berliner Stadtschloss soll auch der Rest der Museumsinsel wieder so aussehen wie früher: hübsch und heil wie vor dem zerstörerischen 20. Jahrhundert. Komplettiert durch das Humboldt Forum mit den sogenannten Weltkulturen. Als ob wir uns das imperiale Zeitalter zurückwünschten, dem diese Museen ihre größten Schätze zu verdanken haben: den Pergamon-Altar, die Nofretete, das Ischtar-Tor. Objekte, die vielfach unter fragwürdigen oder ungeklärten Umständen aus dem Osmanischen Reich geholt wurden. Sie sollten dabei helfen, architektonisch und institutionell eine deutungsmächtige Erzählung festzuschreiben, die in Mesopotamien beginnt und im Herzen Europas endet: das Narrativ der Aufwärtsentwicklung der Menschheit, ausgehend von der „Wiege der Zivilisation“ über die klassische Antike im Alten Museum, den Übergang zum Christentum im Bode-Museum bis hin zur deutschen Malerei in der Alten Nationalgalerie. Durch die Aufrechterhaltung von Kategorien wie Zivilisation (wir) und Weltkultur (die anderen) wird ein eurozentristisches Weltverständnis fortgeschrieben, das Preußens Wurzeln in einer Weißen Antike feiert. Für den Tourismus mag das erst mal gut sein, für ein zeitgemäßes Verständnis dessen, was ein Museum in einer kulturell diversen Gesellschaft sein kann, ist die Fortschreibung dieses Narratives fatal.
Mitwirkende:
Britta Steffenhagen
Hansa Czypionka
Lorenz Rollhäuser
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Die Säure-Attentate von Hans-Joachim Bohlmann

Sendetermine: RB 2 - Samstag, 17. Feb 2024 18:05 Teil 2/4, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Sabrina Höbel
Maximilian Netter
Klaus Uhrig
Auch unter dem Titel: Säuresommer (1. Teil)
Nervenhitze (2. Teil)
Gelernter Patient (3. Teil)
Marathon im Kreis (4. Teil)
Produktion: RB/ARD Kltur/Plotprodukt 2024, 118 Min. (Stereo) - Feature
Inhaltsangabe: Er hat die Kunstwelt über Jahrzehnte in Atem gehalten. In den 1970er und 80er Jahren zerstört Hans-Joachim Bohlmann Gemälde von Dürer, Cranach, Rembrandt und Klee – im Wert von etwa 300 Millionen DM. Das Motiv für seine Säureattentate ist bis heute rätselhaft.
Wer war dieser Mann, vor dem die gesamte Kunstwelt so viele Jahre zitterte und dessen Steckbriefe in ganz Europa an unzähligen Museumseingängen hingen?
Die Lebensgeschichte Bohlmanns ist dramatisch, begleitet von tragischen Schicksalsschlägen und gleichzeitig voll unerwarteter Wendungen. Bohlmann leidet an Angststörungen und Zwängen. Eine aus heutiger Sicht höchst zweifelhafte Hirnoperation und mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie verschaffen keine Linderung. Immer wieder kommt der Drang in ihm hoch, weltberühmte Kunstwerke mit Säure zu überschütten: vor allem die Gesichter auf den Bildern. Nach seinen Taten landet Bohlmann stets im Gefängnis oder der Psychiatrie.
2005 vertraute er sich der Spiegel-Journalistin Beate Lakotta an. Sie dokumentierte ihre Gespräche mit Bohlmann und seinem Arzt mit einem Aufnahmegerät. Dieses Audio-Material spielt in der Podcast-Serie eine entscheidende Rolle. In vier Episoden rekonstruieren Host Klaus Uhrig und sein Team das Leben von Hans-Joachim Bohlmann und versuchen seine Motive zwischen Zwang und Geltungssucht zu ergründen.
Mitwirkende:
Klaus Uhrig
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Komet im Mumintal

Sendetermine: WDR 5 - Samstag, 17. Feb 2024 19:04 Teil 1/2 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 52:00)
Autor(en): Tove Jansson
Produktion: WDR 2023, ca. 104 Min. (Stereo) - Bearbeitung Literatur
Genre(s): Kinderhörspiel ab 8 Jahre
Regie: Hannah Georgi
Inhaltsangabe: Die Hitze im Mumintal ist unerträglich. Während Mumin sich im Meer erfrischt und Schnüferl eine verstecke Höhle entdeckt, verbreitet der Bisam im Mumintal das Gerücht vom nahenden Weltuntergang.
Laut Bisam ist ein Komet Schuld an der sengenden Hitze und der werde in wenigen Tagen einschlagen. Mumin und Schnüferl wollen es genau wissen und machen sich auf den beschwerlichen Weg zu einem Observatorium, in dem der nahende Komet wissenschaftlich untersucht wird. Unterwegs treffen sie Snufkin, der ihnen hilft und sie begleitet. Auch Snork läuft ihnen über den Weg mit seiner Schwester Snorka, die von Mumin vor einem sehr angriffslustigen Gebüsch gerettet wird. In der Hitze verdampft sogar das Wasser des Meeres. Die Freunde können nur hoffen, dass sich die Leute im Observatorium verrechnet haben, denn sie bestätigen das Gerücht: der Komet wird einschlagen.
Tove Janssons liebenswerte Finnland-Trolle haben längst Weltruhm erreicht. Wie die Mumins in ihre Heimat, das Mumintal, kamen, erzählt die Autorin in der Vorgeschichte 'Mumins lange Reise', in der Mumin sich auf die Suche nach seinem Muminpapa macht und einen wunderschönen Ort für die Familie findet.
Mitwirkende:
Denis Moschitto
Helgi Schmid
Elisa Afie Agbaglah
u.a.
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Hörtext 6:

Apollo Amerika

Sendetermine: WDR 3 - Samstag, 17. Feb 2024 19:04, (angekündigte Länge: 26:00)
Autor(en): Ferdinand Kriwet
Produktion: SWF/BR/WDR 1969, 27 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Genre(s): Originalton
Regie: Ferdinand Kriwet
Technische Realisation: Udo Schuster
Technische Realisation: Roland Seiler
Technische Realisation: Marlies von Stedmann
Inhaltsangabe: Gegenstand des Hörtextes "Apollo Amerika" ist nicht das Unternehmen selbst, auf dessen Höhepunkt Neil Armstrong und Edwin Aldrin als erste Menschen den Mond betraten, sondern die Veröffentlichung dieses Projektes v.a. durch Rundfunk und Fernsehen.
Ferdinand Kriwet, virtuoser Pionier der Kunst der Tonbandcollage beschrieb 1969 wenige Wochen vor der Realisierung seines Hörtextes Apollo Amerika sein Projekt: "Zwischen dem 10. Juli und 10. August werde ich in Amerika sein. Und es begibt sich zu dieser Zeit, daß die amerikanischen Astronauten Edwin Aldrin, Neil Armstrong und Michael Collins als die ersten Menschen der uns bekannten Menschheitsgeschichte mit dem Raumschiff Apollo 11 den Mond umkreisen und mit dem Lunar Module, der Mondlandefähre oder "Spinne", auf ihm landen und von ihm wieder zur good earth zurückkehren werden. Thema meines sechsten Hörtextes Apollo Amerika ist die sensorische und intellektuelle Wahrnehmung all dessen, was ich im Radio, Fernsehen oder sonstwie vermittels technischer oder menschlicher Information von oder über das Projekt Apollo 11 höre."
Apollo Amerika zählt heute nach 30 Jahren zu einem der herausragenden künstlerischen Dokumente dieses spektakulären Ereignisses in der Geschichte der Menschheit.
Mitwirkende:
Ferdinand Kriwet
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ARD Radio Tatort 186:

Bomber

Sendetermine: WDR 5 - Samstag, 17. Feb 2024 17:04, (angekündigte Länge: 54:00)
SWR 2 - Samstag, 17. Feb 2024 19:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Simone Buchholz
Produktion: NDR 2024, 53 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Genre(s): Krimi
Regie: Eva Solloch
Komponist(en): Sicker Man
Regieassistenz: Luca Toboll
Technische Realisation: Christian Alpen
Technische Realisation: Manuel Glowczewski
Technische Realisation: Angelika Körber
Technische Realisation: Sebastian Ohm
Technische Realisation: Philipp Neumann
Dramaturgie: Susanne Birkner
Inhaltsangabe: Eine gewaltige Explosion durchbricht die Stille der Dorfnacht: Im nieder-sächsischen Westerhude zerstören Rohrbomben drei Windräder.
Die Extremismus-Einheit aus Verden an der Aller wird hinzugezogen, aber es gibt weder Spuren noch Bekennerschreiben. In Sichtweite lebt eine Alten-WG auf einem Rasthof. Da die Seniorinnen und Senioren seltsam entspannt sind angesichts der Explosionen, wird die verdeckte Ermittlerin Jules Dombrowski als Pflegerin für die bettlägerige Heidelinde eingesetzt. Der Beginn einer zarten, wunderbaren Freundschaft im Schatten der Windrad-Ruinen. Währenddessen nehmen Gina Scarafilo und Philipp von Treuenfels sich das Dorf vor – und stoßen auf einen historischen Schützenverein mit rechtskonservativer Gesinnung und einer Menge Schwarzpulver im Vereinsheim.
Mitwirkende:
Gina Scarafilo Nina Kronjäger
Philipp von Treuenfels David Vormweg
Jules Dombrowski Hanna Plaß
Polizist 1 Bjarne Mädel
Durchsage Achim Buch
Uli Flemming Peter Franke
ältere italienische Stimme Angela Roy
Stimme aDH Adrian Saidi
An- und Absage Dorina Maltschewa
Athi Ulrich Gebauer
Lilo Hildegard Schmahl
Heide Hannelore Hoger
Walt Christian Redl
Rhett José Barros-Moncada
Radiostimme Sönke Peters
Stimme italiensch Martin Zylka
Ledermantel Brigitte Janner
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Über Apollo Amerika

Sendetermine: WDR 3 - Samstag, 17. Feb 2024 19:30 (gekürzt) , (angekündigte Länge: 30:00)
Autor(en): Ferdinand Kriwet
Auch unter dem Titel: Ein Arbeitsbericht von Ferdinand Kriwet (Untertitel)
Produktion: WDR 1969, 50 Min. (Stereo) - Feature
Inhaltsangabe: Als 'geschichtlich bedeutendstes Telefongespräch, das je aus dem Weißen Haus geführt wurde', bezeichnete US-Präsident Nixon seine Unterhaltung mit den Apollo 11 Astronauten auf dem Erdtrabanten. Die Mondlandung war - auch - eine gigantische mediale Inszenierung zur Selbstversicherung einer gespaltenen Nation. Der Autor zur Entstehung von Apollo Amerika: '... 1969 gehe ich zur Realisation meines Hörtextes in ein Düsseldorfer Reisebüro; ich kaufe zwei Flugkarten von Düsseldorf nach New York; ich fliege mit einem Mitarbeiter und drei Stereo-Reporter-Tonbandgeräten nach New York; ich miete mir in New York ein Hotelzimmer und drei Fernsehgeräte und Radiogeräte; ich nehme mit meinen Reporter-Stereo-Tonbandgeräten in einem Hotelzimmer in New York und an anderen Orten Hörbares auf und gehe anschließend in ein Tonstudio zur Montage. Ich versuche …aufs Erfinden und Erdichten gänzlich zu verzichten und nur mehr Gefundenes die Komposition bestimmen zu lassen. Mein Thema ist sensorische und intellektuelle Wahrnehmung all dessen, was ich im Radio, Fernsehen oder sonst wie vermittels sonstiger technischer oder menschlicher Information von oder über das Projekt Apollo 11 höre. Da sowohl diese Arbeitsweise als auch deren Ergebnis nicht vorhersehbar sind, wird man Apollo Amerika als experimentell bezeichnen müssen'.
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Erzählen, wie es weitergeht

Sendetermine: DLF - Samstag, 17. Feb 2024 20:05 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Jürgen Becker
Produktion: DLF 2024, 50 Min. (Stereo) -
Regie: Matthias Kapohl
Komponist(en): Gregor Schwellenbach
Dramaturgie: Sabine Küchler
Ton und Technik: Christoph Rieseberg
Ton und Technik: Thomas Widdig
Inhaltsangabe: Fünf Stimmen sprechen in diesem Hörspiel, eine jede in ihrer eigenen Umgebung. Jörn, nach dem Tod seiner Frau, sitzt in seinem Gartenzimmer und versucht, mit dem Alleineleben zurande zu kommen. Maria steht auf ihrem Balkon und schaut hinab auf den Parkplatz des gegenüber liegenden Einkaufsmarkts. Hanni in ihrem Mädchenzimmer erzählt, was Vater und Großvater erzählen und was die Tante aus Magdeburg dazu sagt. Johann steht in der Halle eines Hochhauses und wartet auf den Aufzug, der ihn hoch ins 21. Stockwerk fährt. Und Lonny spricht mit dem Anrufbeantworter, in der Erwartung, dass ihr Mann sie zurückruft. Fünf Stimmen in augenblicklichen Situationen, und in jeder Situation spricht Erinnerung mit, wirkt Vergangenes auf eine Weise nach, dass ein Schatten auf die Selbstverständlichkeiten des Alltags fällt. Falls es denn Selbstverständlichkeiten sind. Auch dies nämlich machen die fünf Stimmen hörbar: ein stilles Unbehagen und die Verwunderung, dass der Alltag so weitergeht, wie er noch ist.
Mitwirkende:
Martin Brambach
Anja Laïs
Christian Redl
Kristin Steffen
Ilse Strambowski
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Ingo3000

Sendetermine: SRF 2 - Samstag, 17. Feb 2024 20:05
Autor(en): Ingrid Wenzel
Produktion: EIG 2023, 15 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Ingrid Wenzel
Inhaltsangabe: Im Monolog „Ingo3000“ erzählt Ingrid aka Ingi frei von der Leber weg. Die satirisch zugespitzte Autofiktion einer „Menschwerdung“ beginnt mit dem frühkindlichen Missverständnis vom einfachen Zugang auf freie Geschlechtswahl und dokumentiert teilweise widersprüchliche Strategien, als männlich oder weiblich in dieser Welt gelesen zu werden. Ausgerechnet bei der Marine scheint Ingrid schließlich eine Identität als „gestandener Mann" zu finden, als Mitglied der für Brutalität und Frauenverachtung bekannt gewordenen Gorch Fock-Crew. Eine Story, die virtuos Stereotype und deren Erwiderungen aufs Korn, doch ihr Thema ernst nimmt.
Mitwirkende:
Ingrid Wenzel
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Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist dann ist es trotzdem das Ende

Sendetermine: SRF 2 - Samstag, 17. Feb 2024 20:05
Autor(en): Susann Altmann
Produktion: Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar 2023, 16 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Tilman Böhnke
Alexander Scharf
Bearbeitung: Tilman Böhnke
Alexander Scharf
Inhaltsangabe: Die 15-jährige Ida heuert in einem Bestattungsunternehmen an. Gelangweilt begleitet sie Herrn Vogler bei seiner Arbeit zwischen Friedhof, Verbrennungsofen und Leichenschmaus. Doch dann entdeckt sie, dass das Praktikum einen ungeahnten Thrill bietet. Das Kurzhörspiel „Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es trotzdem das Ende“ ist Kapitalismuskritik – unterhaltsam, schräg und aufwendig produziert.
Mitwirkende:
Dana Herfurth
Sebastian Kowski
Elisabeth Dittrich
Andreas Taut
Elena Zieser
Tilman Böhnke
Alexander Scharf
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Stillstand

Sendetermine: SRF 2 - Samstag, 17. Feb 2024 20:05
Autor(en): Alaina Nugnis
Produktion: EIG 2023, 13 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Alaina Nugnis
Tontechnik: Alaina Nugnis
Inhaltsangabe: In dem Hörstück erinnern sich die Bewohner und Bewohnerinnen von Crimmitschau an ihre "Stadt der 100 Schornsteine".
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Hysterektomie

Sendetermine: SRF 2 - Samstag, 17. Feb 2024 20:05, (angekündigte Länge: 10:00)
Autor(en): Katharina Fröhlich
Franziska Stuhr
Produktion: EIG 2023, 10 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Franziska Stuhr
Komponist(en): Cindy Weinhold
Tontechnik: Kay Poppe
Tontechnik: Cindy Weinhold
Dramaturgie: Katharina Fröhlich
Inhaltsangabe: Die Gebärmutter ist das einzige rein weibliche menschliche Organ und an ihr zeigt dieser Hörspielmonolog, wie es um die Selbstbestimmung der Frau in Deutschland steht: schlecht. Ein Tumor von der Größe eines Tennisballs wächst in der Gebärmutter der Protagonistin. Sie entscheidet sich sehenden Auges und bei klarem Verstand für eine Hysterektomie. Doch sie hat nicht mit der offenbar noch immer patriarchal orientierten Medizinethik gerechnet. Mit Verve, Ironie und Esprit schildert das Hörspiel das Schicksal einer Frau im Kampf um ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmtheit.
Mitwirkende:
Nientje C. Schwabe
Preise / Auszeichnungen: max15 2023
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Global Breath

Sendetermine: SWR 2 - Samstag, 17. Feb 2024 23:03 (Ursendung)
Autor(en): Marco Blaauw
Auch unter dem Titel: Trumpet sounds around the world (Untertitel)
Produktion: SWR/ZKM Hertz-Lab 2023, 96 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Marco Blaauw
Komponist(en): Marco Blaauw
Mastering: Sebastian Schottke
Mastering: Marco Blaauw
Dramaturgie: Frank Halbig
Inhaltsangabe: Marco Blaauw komponiert in diesem Hörstück aus einer enormen Vielfalt von trompetenartigen Klängen aus vielen Kulturen einen weltumspannenden Trompetenton.
Der niederländische Trompeter machte Aufnahmen mit gleichgesinnten Pionieren auf der ganzen Welt bei Konzerten, Zeremonien und Ritualen, entdeckte aber auch Klänge in Tonarchiven und produzierte selbst speziell für dieses Projekt neue Aufnahmen.
Gespielt wird auf Muscheln verschiedenster Herkunft, auf Hörnern von Rindern, Wasserbüffeln, Ziegenböcken, Ibex und Kudu, oder auf dem aus Menschenknochen gemachte Kang Ling, und auf Holztrompeten wie dem Didgeridoo und der norwegischen Lure. Und nicht zuletzt konnten auch Kopien von Instrumenten aus der Antike, wie die keltische Carnyx, die nordische bronzene Lure, die etruskischen Lituus und Cornu, die römische Tuba und die griechische Salpinx bespielt und untersucht werden.
Was all diese Instrumente miteinander verbindet, ist die Tatsache, dass der Klang durch den Atem erzeugt wird, der durch die Lippen geblasen wird. Die Vibration der Lippen, die dabei entsteht, verwandelt den Atem in einen Ton, der in den vielen verschiedenen Kulturen ähnliche Funktionen erfüllt.
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Begrabt mich und erhebt Euch!

Sendetermine: DLR - Samstag, 17. Feb 2024 00:05, (angekündigte Länge: 170:00)
DLF - Samstag, 17. Feb 2024 23:05, (angekündigte Länge: 170:00)
Autor(en): Lorenz Hoffmann
Lars Meyer
Auch unter dem Titel: Eine Lange Nacht über den ukrainischen Nationaldichter Taras Schewtschenko (Untertitel)
Produktion: DLF/DLR 2024, ca. 170 Min. (Stereo) - Feature
Regie: Tobias Barth
Inhaltsangabe: „Kaum, dass bei uns Ukrainern irgendetwas Bahnbrechendes passiert, tauchen Schewtschenko-Zitate auf. So war es während aller Revolutionen, so ist es auch heute.“ Das schreibt Serhij Zhadan am 9. März 2022, dem Geburtstag des Nationaldichters, in sein Charkiwer Kriegstagebuch. In keinem Land der Welt wird ein Dichter so verehrt wie Taras Schewtschenko in der Ukraine. Das liegt auch an seinem dramatischen Lebensweg. 1814 als Leibeigener in der Zentralukraine geboren, erlebt er als 24-Jähriger das Wunder der Befreiung, dank seines Talentes als Maler. In Sankt Petersburg führt er das Leben eines Bohemiens, wird mit seiner auf Ukrainisch verfassten Gedichtsammlung „Der Kobsar“ im ganzen Zarenreich bekannt. Er versteht es, die ukrainische Volkskultur in seine poetische Sprache zu übertragen. Doch der russische Geheimdienst wittert in dem freiheitsliebenden Dichter, der die Zarin verspottet, eine Gefahr und lässt ihn verhaften. Es folgen zehn Jahre Verbannung im Ural und am Kaspischen Meer. Nach seinem Tod 1861 wird der Kult-Dichter auf verschiedene Weise politisch vereinnahmt. Die frühe Nationalbewegung beruft sich auf ihn, in der Sowjetunion wird er zum Revolutionär, in der unabhängigen Ukraine zum „Vater der Nation“. Heute sieht man ihn in Memes auf Social Media mit Maschinengewehr bewaffnet die russischen Angreifer verjagen.
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