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Die ARD hat den Deutschen Hörspielpreis eingestellt.

Ein ARD-Sprecher sagte, die Initiative für diese Entscheidung sei von den Hörspielredaktionen der ARD-Sender gekommen. Innerhalb des Senderverbunds gebe es immer mehr Kooperationen, dazu gehöre auch eine virtuelle Gemeinschaftsredaktion für das Hörspiel.

Daher sei ein Wettbewerb als Binnenkonkurrenz zwischen den Landesrundfunkanstalten und Deutschlandradio, ORF und SRF wenig plausibel, unzeitgemäß und nach außen nicht vermittelbar. Nach Angaben des Sprechers erschien den Hörspielredaktionen ein Wettbewerb fragwürdig, bei dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen durch Rundfunkbeiträge finanzierten Preis an Produktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vergebe. Die Hörspieltage in Karlsruhe, an denen der Preis bisher vergeben wurde, sollen neu aufgesetzt werden.

Die letzten ARD-Hörspieltage in gewohnter Form finden im ZKM-Karlsruhe vom 7. bis 10. November 2024 statt.

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publikumsberatung

Sendetermine: DLR - Donnerstag, 13. Jun 2024 22:03, (angekündigte Länge: 57:00)
Autor(en): Kathrin Röggla
Leopold von Verschuer
Produktion: BR 2011, 57 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Leopold von Verschuer
Komponist(en): Franz Tröger
Ton und Technik: Jean Szymczak
Inhaltsangabe: Der Referent der live im Radio übertragenen Hauptstadtkulturgespräche ist ab-, ein Ersatzreferent kurzfristig eingesprungen. Dieser nutzt seine Chance zu einem unaufhaltsam scheiternden Vortrag und verliert sofort den Faden. Seine Reflexionen mäandern von einem "auf den Hund gekommenen Katastrophenfilmgenre" über "Angstschulden", zur "Lust am Richten", streifen das bislang viel zu wenig beachtete Thema "Stottern im Barock" und gelangen schließlich zur Frage: Was ist eigentlich ein erfolgreicher Hörer? Der Redakteur des Abends bemüht sich in der Regie vergeblich um Steuerung, doch der Ersatzreferent lässt sich durch nichts abbringen. Auch nicht dadurch, dass sein Mikrofon irgendwann selbst zu sprechen beginnt und das Publikum im Sendesaal Einwände erhebt oder sogar den Saal verlässt. Das Reale bricht ein in die Fiktion und lässt Ebenen und Sinnzusammenhänge verschwimmen. Der Hörer wird von Anfang an in Orientierungsnot gebracht. Was soll er halten von diesem von einer Agentur vermittelten modernen Allrounder, der plötzlich die Intellektuellenfeindlichkeit anprangert. Die publikumsberatung bedient sich aller Tricks des Fingierten, des Spiels im Spiel, und stellt nicht nur die Frage nach den Grenzen des Fiktiven, sondern mit ihrem Geflecht von Diskursschnipseln auch das Verhältnis von Sprache und dem, was sie bezeichnet, auf den Kopf. Deutlich nimmt der Text Bezug auf Peter Handkes berühmt gewordenes Stück Publikumsbeschimpfung, das 1966 mit den Theaterkonventionen abrechnete, in dem es seine eigene Inszenierung zum Gegenstand macht und sich vom ersten bis zum letzten Wort an das Publikum im Saal richtet. Dessen Unbeweglichkeit in den Klappsesseln wird bei Handke ebenso thematisiert wie die Zeitspanne, die die Aufführung dauert.
Unserer Dienstleistungsgesellschaft entsprechend, deren Handlungsmaxime "Leistung muss sich wieder lohnen" lautet, wird das Publikum nicht mehr beschimpft. Es wird beraten.
Expertenkommentar: Hörspiel des Monats Januar 2011, Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:
"In 'publikumsberatung' führen Kathrin Röggla und Leopold von Verschuer virtuos zahlreiche Mittel der intellektuellen Rede vor - die Anekdote, die Abschweifung, die Fähigkeit zur Assoziation und Improvisation, das Ausstellen von Fakten- und Diskurs-Wissen. Sie führen die inflationären Moden und ihre kurzen Halbwertszeiten ad absurdum, die ebenso zum Geschäft professioneller Vortragskunst gehören, wie die Erwartung, das Publikum in den Bann zu ziehen. Der Ersatzreferent der live im Radio übertragenen Landeshauptstadtkulturgespräche zieht alle Register - aber er beherrscht sie nicht. Die Mittel führen zu keinem Zweck, die Techniken der gelehrten Rede ordnen kein gelingendes Ganzes: Die Anekdoten sind nicht spritzig, die Abschweifungen ziellos, die Improvisationen stümperhaft, die Komik unfreiwillig. Die Assoziationsketten des tapferen Redners wirken auf unheimliche Weise schlüssig; unheimlich, weil ihr tieferer Sinn sich dem Publikum einfach nicht zu enträtseln vermag.
Nicht nur die Rhetorik verschwört sich gegen den Redner - es spricht aus ihm! -, auch der Inhalt - sein Thema, seine Themen (?) - machen sich selbstständig. Der Tod, Heiner Müller, die Angst, der Erfolg, der Humor, die Kunst als Gegenmodell, Michel Foucault, Hanns Zischler. Gilles Deleuze, die Kontrollgesellschaft ... worum ging es noch mal? Im Medium des intellektuellen Diskurses stellen Röggla und von Verschuer sein Scheitern dar. 'publikumsberatung' ist eine ironische Anspielung auf Peter Handkes 'Publikumsbeschimpfung' und bringt raffiniert die (technischen) Möglichkeiten einer Spiel-im-Spiel-Inszenierung im Medium Radio zum Einsatz. Röggla und von Verschuer legen einen Text vor, den niederzuschreiben eigentlich jedem anständigen Intellektuellen widerstreben müsste. Zum Glück jedoch besitzen die Autoren eine ausgesprochene Lust am Paradox.
Verschuer, der auch für die Regie von 'publikumsberatung' verantwortlich zeichnet, schlüpft in die Rolle des Ersatzreferenten und brilliert mit einer tastenden, zögernden, bisweilen selbstvergessen anmutenden Rede. Die Kunst von Röggla und von Verschuer besteht darin, dieses Scheitern gelingen zu lassen, ein Stammeln zu verfassen, das in seiner Eloquenz bestechend ist, einen postmodernen, oder besser: postpostmodernen Intellektuellen vorzuführen, aber nicht bloßzustellen. Im Gegenteil, in seiner Unbeirrtheit angesichts des um ihn herum tobenden Chaos' - ihm bleibt ja nicht verborgen, dass das Publikum scharenweise und auch pöbelnd den Sendesaal verlässt - blitzt eine neue, zweifelnde, verzweifelnde Form des Heroismus auf."
Mitwirkende:
Leopold von Verschuer
Franz Tröger
Hanns Zischler
Silke Buchholz
Andreas Stoffels
Jean Szymczak
Preise / Auszeichnungen: Hörspiel des Monats 01 2011
Links: Externer Link digitale Röggla-Archiv
Externer Link Homepage von Kathrin Röggla
Externer Link Homepage von Franz Tröger
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Ficknick

Sendetermine: DLR - Freitag, 14. Jun 2024 00:05
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Produktion: EIG 2024, 20 Min. (Stereo) - Feature
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Im wunderschönen Monat Mai

Sendetermine: DLR - Freitag, 14. Jun 2024 00:05
Autor(en): Robert Bohne
Produktion: EIG 2024, 12 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
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Die Welt ist eine Suppe

Sendetermine: DLR - Freitag, 14. Jun 2024 00:05
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Produktion: EIG 2024, 3 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Genre(s): Audio Art
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Sendetermine: DLR - Freitag, 14. Jun 2024 00:05
Autor(en): Jannis Klasing
Gordon Müllenbach
Produktion: EIG 2024, 4 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Genre(s): Audio Art
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