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Das Hörspiel ist 100 Jahre alt.

Vor hundert Jahren, genau am 24.10.1924 um 20:30 Uhr, wurde das erste deutschsprachige Hörspiel gesendet. "Zauberei auf dem Sender" war der Anfang. Erhalten ist es nicht, es wurde live gespielt. 1962 vom Hessischen Rundfunk noch einmal produziert ist es in der ARD-Audiothek zu hören.

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Auf der Suche nach den verlorenen Seelenatomen

Sendetermine: DLR - Donnerstag, 19. Mär 2026 22:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Susann Maria Hempel
Auch unter dem Titel: oder: Unser ist des heilgen Waldes Dunkel (Untertitel)
Produktion: rbb 2018, 55 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Regie: Susann Maria Hempel
Komponist(en): Susann Maria Hempel
Ton: Nikolaus Löwe
Regieassistenz: Jonas Kühlberg
Inhaltsangabe: Das Radiostück basiert auf Gesprächen mit einem ehemaligen DDR-Häftling, der im Gefängnis einen schweren Schock mit darauffolgender Amnesie erlitt. Als vermeintlichem Republikflüchtling wurde ihm ein „Grenzproblem“ übergestülpt, das nicht seins war. Und dann hat er eine Grenzerfahrung ganz anderer Art gemacht: Im Gefängnis sei die Seele aus ihm „rausgemacht“ worden, sagt er. Und sie ist bis heute nicht heimgekehrt in ihr Gefäß. Er denkt sie sich dennoch gut aufgehoben - dort nämlich, wo ihr immer am wohlsten war: im Wald. Als sein ältester Freund starb, beginnt der Häftling, der Autorin von seinem Leben zu erzählen. Sie wird auf die tiefe Verbundenheit aufmerksam, die beide zum Wald hatten. Ihr ganz eigener, in der Kindheit wurzelnder Mythos des Waldes wurde mit dem Tod des Freundes wieder lebendig. Und in gewisser Weise hat die Autorin das Erbe ihrer Freundschaft angetreten. So, wie sich einst das Gesicht des Einen vor dem Anderen hob, hebt sich nun das Gesicht ihrer Freundschaft vor ihr.
Expertenkommentar: Ein ‚Hörspiel des Monats‘ weist sich für die Jury als hervorstechendste Sendung unter sieben bis zehn qualitativ oft recht unterschiedlichen Einreichungen des jeweiligen Monats aus. Das ‚Hörspiel des Jahres‘ hingegen muss sich gegen elf ähnlich herausragende Sendungen behaupten können – inhaltlich, formal und künstlerisch. „Auf der Suche nach den verlorenen Seelenatomen“ von Susann Maria Hempel tut dies so souverän, dass man nur schwer glauben kann, dass es sich hierbei erst um die zweite Hörfunkarbeit der jungen Autorin, Komponistin, Sängerin, Regisseurin und - hervorragenden! - einzigen Sprecherin dieses radiophonen Gesamtkunstwerks handelt. Performativ erzählend, zeichnet Hempel ihre Gespräche mit einem durch seine Haft in der ehemaligen DDR schwer traumatisierten Menschen nach: Der Schock der unrechtmäßigen Inhaftierung selbst als vermeintlicher Republikflüchtling, aber auch die Misshandlung durch Mitgefangene, haben ihn soweit aus der Bahn geworfen, dass ihm nicht mehr gelingt, seinen Alltag zu organisieren, wichtige Entscheidungen zu fällen, sich einer Fremdbestimmung zu widersetzen, oder auch nur diese Unfähigkeit anderen gegenüber zu verbalisieren, als mit seiner Gesprächspartnerin:

„Danke Susann. Danke dass ich darüber reden konnte jetze“, mit diesen Worten dringlich gesprochen und in thüringischer Sprachfärbung, beginnt das Hörstück. „Das konnt' ich jetzt wirklich bloß mit dir.“ Hempel lässt uns die große Intimität dieser Unterhaltung miterleben, ohne ihre Vertraulichkeit zu verraten. Es geht um die Auflösung des Ich und den Versuch seiner Rekonstruktion: „Ich hab keine Erinnerung mehr an mich. Wenn ich mich aber unterhalt', jetzt so mit dir jetze, dann kann ichs geistig zurückholen.“ Der Weg dorthin führt, es ist eine deutsche Geschichte, in den Wald der Kindheit, eine Art Privatmythos, den sich der Erzähler mit seinem Freund geschaffen hat, dessen kürzlicher Tod als Auslöser des Bekenntnisses angedeutet wird. Durch kompositorisch reduzierte und elektronisch entfremdete hochromantische Liedsätze, Schumanns Eichendorff- und Heine-Vertonungen, durchbrochen von digitalem Vogelgezwitscher, Rotkehlchen und Zilpzalp, erschafft Hempel in und um diese Erzählung eine Atmosphäre, in der das, was wir Seele nennen, nahezu greifbar, ihre Verletzungen erfahrbar, und die Metaphern die ihrer Beschreibung dienen sollen, wirklich werden: Erfahrbar nur durch den intimen Sinn des Gehörs, schrecklich und schön.

Dem RBB ist es zu danken, dass hier eine Hör-Spiel-Macherin zu Wort kommen konnte, deren künstlerische Kraft ganz sicher noch weitere wichtige Impulse für die Hörspielgestaltung setzen wird. „Auf der Suche nach den verlorenen Seelenatomen“ wurde von uns in einhelliger Begeisterung zum Hörspiel des Jahres 2018 gekürt.
Mitwirkende:
Susann Maria Hempel
Preise / Auszeichnungen: Hörspiel des Monats 11 2018
Hörspiel des Jahres (ARD) 2018
Hörspielpreis der Kriegsblinden 2019
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Sendetermine: WDR Eins Live - Donnerstag, 19. Mär 2026 23:03 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Sybille Ruge
Produktion: WDR 2025, ca. 55 Min. (Stereo) - Bearbeitung Literatur
Regie: Petra Feldhoff
Inhaltsangabe: Frankfurt am Main: Glasfassaden, grelles Licht, zu viele Leute, die etwas zu verbergen haben. Sonja Slanski arbeitet als Forderungseintreiberin. Sie setzt Druck ein, beschafft Informationen, überschreitet Grenzen. Mitten in einem Auftrag - eine reiche Frau, ein Anwalt, eine Forderung, ein verschwundener Gegenstand - kippt ihr Alltag: Eine Frau wird in Slanskis Wohnung tot aufgefunden. Und plötzlich ist Slanski Teil der Ermittlungen.
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21s

Sendetermine: DLR - Freitag, 20. Mär 2026 00:05 (Ursendung) , (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Emiddio Vasquez
Produktion: DLF/CTM Festival/ORF 2026, ca. 50 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Genre(s): Audio Art
Inhaltsangabe: Auf der Insel Zypern befinden sich zwei britische Militärbasen. Sie spielen eine wichtige Rolle für die lokale Clubszene und für den Musikstil Grime. Der DJ Emiddio Vasquez untersucht die Verbindungen von Militarismus und Underground.
Seit vielen Jahren ist der DJ Emiddio Vasquez Teil der zypriotischen Elektro-Musikszene. In seiner Arbeit zieht er komplexe Verbindungslinien zwischen der Clubkultur und der Geschichte der geteilten Insel. Es geht um militärische Präsenz, Spannungen und deren Spuren in der Musikproduktion. „21s“ entstand im Rahmen des CTM Radio Lab von Deutschlandfunk Kultur, CTM Festival und ORF.
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