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Die ARD hat den Deutschen Hörspielpreis eingestellt.

Ein ARD-Sprecher sagte, die Initiative für diese Entscheidung sei von den Hörspielredaktionen der ARD-Sender gekommen. Innerhalb des Senderverbunds gebe es immer mehr Kooperationen, dazu gehöre auch eine virtuelle Gemeinschaftsredaktion für das Hörspiel.

Daher sei ein Wettbewerb als Binnenkonkurrenz zwischen den Landesrundfunkanstalten und Deutschlandradio, ORF und SRF wenig plausibel, unzeitgemäß und nach außen nicht vermittelbar. Nach Angaben des Sprechers erschien den Hörspielredaktionen ein Wettbewerb fragwürdig, bei dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen durch Rundfunkbeiträge finanzierten Preis an Produktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vergebe. Die Hörspieltage in Karlsruhe, an denen der Preis bisher vergeben wurde, sollen neu aufgesetzt werden.

Die letzten ARD-Hörspieltage in gewohnter Form finden im ZKM-Karlsruhe vom 7. bis 10. November 2024 statt.

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Ich bin dadurch ein Mensch geworden. Der Autor, Verleger, Psychoanalytiker und Kultsammler Carl Laszlo

Sendetermine: ORF Ö1 - Dienstag, 30. Jun 2026 16:05, (angekündigte Länge: 40:00)
Autor(en): Kerstin Schütze
Produktion: ORF 2022, 39 Min. (Stereo) - Feature
Tongestaltung: Milos Ikic
Inhaltsangabe: 'Er war ein begnadeter Exzentriker. Keiner der eitlen, dünkelhaften Sorte. Vielmehr ein Gaukler - ein Seiltänzer, wie er sich manchmal nannte, einer, den das Leben das Fürchten gelehrt hatte bis zu dem Punkt, wo er nichts mehr zu fürchten brauchte.' - schreibt Roman Bucheli in der NZZ anlässlich der Neuveröffentlichung von 'Ferien am Waldsee' in dem kleinen Wiener Verlag 'Das vergessene Buch'. Gewissermaßen als Kronzeuge beschreibt der gebürtige Ungar, auf Deutsch und in bislang unbekannter Präzision, schon 1955 die Gräuel in den KZs des Nationalsozialismus.
Der studierte Mediziner flüchtet sich nach der Befreiung nach Basel zu seiner Schwester, schreibt psychiatrische Aufsätze, Theaterstücke, verlegt eine Zeitschrift - verschuldet sich. Hans Arp hilft ihm aus der Patsche, überlässt ihm Bilder zum Verkauf und entzündet damit eine Besessenheit für die Kunst. Carl Laszlo erfindet sich neu, beginnt frühe Expressionisten, Jugendstil und Art Déco zu sammeln, gründet eine Galerie. Plötzlich Kunsthändler nutzt er das Trauma von Auschwitz zur eigenen Wiedergeburt. Er feiert rauschende Feste in seiner Villa am Sonnenweg. Stets eine Havanna zwischen den Fingern füttert Laszlo Generationen angehender Künstler mit Kaviar und Kokain. Er entdeckt die Beatniks und die Popart in New York, verliert sich im Rausch und kommt dafür, sechzigjährig, in Haft. Der gebürtige Ungar betrachtet alles mit jüdischem Humor, ist religiös, gebildet - Weltbürger. Nie ist die Kunst Investment, sondern stets reine Neugier. Weil die Villa vor Werken bald aus den Nähten platzt, mitbegründet er die Art Basel und gibt damit der Stadt, die ihn einst nur geduldet hat, etwas zurück. Doch bis zum Schluss bleibt diese 'undurchdringbare Wand', die ihn vom Rest der Menschen seit seiner Jugend trennte.
Mitwirkende:
Silvia Meisterle
Markus Hering
Felicitas Lipp
Max Lamberti
Links: Mailformular für Ergänzungen zu diesem Titel
Druckausgabe (PDF)

Feindbild Frauen

Sendetermine: DLF - Dienstag, 30. Jun 2026 19:15, (angekündigte Länge: 45:00)
Autor(en): Sophia Boddenberg
Auch unter dem Titel: Antifeministischer Backlash in Argentinien (Untertitel)
Produktion: DLF 2025, 42 Min. (Stereo) - Feature
Regie: Philippe Brühl
Ton und Technik: Gunther Rose
Ton und Technik: Caroline Thon
Inhaltsangabe: Argentinien galt lange als Vorbild für Frauenrechte in Lateinamerika. Präsident Javier Milei baut sie nun systematisch ab. Wie verändert seine Regierung das Leben von Frauen und queeren Menschen? Seit der rechtslibertäre Präsident Javier Milei Argentinien regiert, sind hart erkämpfte Frauenrechte in Gefahr. Er hat das Ministerium für Frauen und Vielfalt geschlossen und verbreitet Hassbotschaften gegen Homosexuelle. In einem Land, in dem Femizide weit verbreitet sind, sind Frauen, die Gewalt erfahren, noch schutzloser als zuvor. Die Psychologin Inés Zaidman betreut Missbrauchsopfer, die vom Staat im Stich gelassen werden. Die LGBT-Aktivistin María Rachid kämpft für Gerechtigkeit für die Opfer eines Hassverbrechens. Die Sozialarbeiterin Sofía Martínez erinnert sich an die Tage nach dem Wahlsieg von Javier Milei, als das Frauenministerium wegen einer anonymen Bombendrohung evakuiert werden musste. Ihre Geschichten zeigen, was in einer Gesellschaft passiert, in der feministische Errungenschaften ausgehöhlt werden.
Mitwirkende:
Sigrid Burkholder
Susanne Flury
Annina Euling
Volker Niederfahrenhorst
Susanne Reuter
Sophia Boddenberg
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Druckausgabe (PDF)

Rauschunterdrückung. Ein Aufnahmezustand

Sendetermine: DLF - Dienstag, 30. Jun 2026 20:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Ulrich Bassenge
Produktion: WDR/SRF 2019, 54 Min. (Stereo) - Originalhörspiel dt.
Genre(s): Mockumentary/Pseudo-Dokumentation
Regie: Ulrich Bassenge
Komponist(en): Ulrich Bassenge
Tontechnik: Sebastian Nohl
Tontechnik: Daniel Dittmann
Mischung: Benno Müller vom Hofe
Tontechnik: Ulrich Bassenge
Dramaturgie: Hannah Georgi
Inhaltsangabe: Vier Musiker kämpfen mit sich und den Gesetzen des Marktes. Jahre nach ihrem ersten Auftritt in "Bier auf dem Teppich" wagt die Band ohne Namen ein Comeback: gegen die Fliehkräfte des Alters, die prekären Arbeitsbedingungen und die Ästhetik des Mainstreams.
Nach verflixten sieben Jahren trommelt Gitarrist Hannes seine ehemalige Band erneut zusammen. In einem abrissreifen Hörspielstudio hat er eine Aufnahmesession gebucht und nun will er mit Unterstützung seines Freundes und Produzenten Ludwig aus den alten Songs marktfähige Hits basteln. Sänger JJ, Bassist Georg und Schlagzeuger Yogo haben die Jahre in unterschiedlichen Musikprojekten gearbeitet und setzen alles auf eine Karte.
Doch schon in den ersten Proben kristallisieren sich die Konflikte heraus. Zu tief sind die Gräben zwischen Kunstanspruch und Kommerz. Der Zahn der Zeit nagt: nicht nur am Selbstwertgefühl und den materiellen Existenzen, sondern auch an der psychischen Belastbarkeit der Bandmitglieder. Obendrein torpediert der merkwürdige Studiobesitzer Stauffer eine konstruktive Arbeitsatmosphäre. Dann betritt noch Influencerin Mona als Agentin der Plattenfirma das Parkett und die Ereignisse überstürzen sich.
"Rauschunterdrückung. Ein Aufnahmezustand" ist das Sequel zur Hörspielproduktion "Bier auf dem Teppich", die Ulrich Bassenge 2012 für den WDR realisiert hat. Auch dieses "verschärfte Menschenexperiment" entstand auf der Basis sprachlicher und musikalischer Improvisationen im Aufnahmestudio.
Mitwirkende:
Drummer Yogo Pausch
Bassist Georg Karger
Gitarrist Johannes Mayr
Sänger JJ Jones
Produzent Ulrich Bassenge
Influencer Mona Petri
Studiobesitzer Michael Stauffer
Produktionsassistentin Jasmin Schäffler
Toningenieur Daniel Dietmann
Tontechniker Sebastian Nohl
Plattenboss Bernhard Jugel
Fotografin Lea Gottschalk
Preise / Auszeichnungen: Grand Prix Nova 2019
BBC-Best European Drama 2020
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Druckausgabe (PDF)

Mama braucht eine Rolle – und jetzt?!

Sendetermine: DLR - Dienstag, 30. Jun 2026 22:05, (angekündigte Länge: 55:00)
Autor(en): Nava Ebrahimi
Produktion: DLF 2025, 55 Min. (Stereo) - Feature
Regie: Nava Ebrahimi
Ton und Technik: Hendrik Manook
Ton und Technik: Oliver Dannert
Inhaltsangabe: Nava will ihrer Mutter etwas zurückgeben. Doch deren Traum von einer Hauptrolle wird auch für Nava zur Bewährungsprobe.
Episode 1: Mutter-Tochter-Beziehung. Lebensträume und Casting Auf die große Bühne, dahin sehnte sich Navas Mutter Bibi eigentlich schon als junges Mädchen. Doch dann wurde sie mit 14 Jahren verheiratet. Es folgten Kinder, Islamische Revolution, Migration nach Deutschland und ein Leben als Alleinerziehende. Jetzt mit 70 will Bibi ihren Lebenstraum verwirklichen. Nava ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und hofft, ihrer Mutter endlich etwas zurückgeben zu können. Sie kontaktiert alle, die sie kennt und die etwas mit Film oder Theater zu tun haben, überwindet ihre Hemmung, andere um etwas zu bitten. Doch auf die Euphorie folgt Ernüchterung: Alle sind sehr beschäftigt. Für 70-jährige Iranerinnen gibt es keine Rollen, schon erfolgreiche Schauspielerinnen haben es schwer in diesem Alter. Aber dann – die Einladung zu einem Casting. Ein erster Schritt zu mehr?
Episode 2: Hannelore Elsner, Iran-Krieg und Vitamin D Der Weg zur Hauptrolle stellt nicht nur Navas Mutter auf die Probe, sondern auch Nava selbst und ihre Beziehung zueinander. Immerhin hat Nava es geschafft, eine Laiencasterin davon zu überzeugen, ihre Mutter einzuladen. Gleichzeitig versucht sie jemanden zu finden, der das Theaterstück inszeniert, das ihre Mutter mit der Autorin Franziska Füchsl zusammen geschrieben hat – natürlich mit Bibi in der Hauptrolle. Denn Nava fürchtet – mit einer kleinen Nebenrolle wäre ihre Mutter nicht zufrieden. Als Israel Iran angreift, macht sich Navas Mutter Hoffnung, dass das Mullah-Regime nun endlich fällt. Im gemeinsamen Hotelzimmer in Klagenfurt, wo Nava mit einer Rede die Bachmann-Tage eröffnet, wird deutlich, dass Nava den Krieg anders bewertet. Doch Nava scheut den offenen Konflikt. Den scheut sie meistens – aber diesmal steht ja auch das Casting in Wien kurz bevor. Die Casterin will dass sie so natürlich wie möglich bleibt, aber dann soll Bibi ausgerechnet einen Charakter improvisieren, der so gar nicht zu ihr passt.
Episode 3: Filmkarriere, Absagen und Verlust des Partners Es geht nichts weiter. Nava hat noch immer keine Rolle für ihre Mutter Bibi gefunden, obwohl sie glaubt, alle Hebel in Bewegung gesetzt zu haben. Ihre Freundin Proschat Madani, etablierte Schauspielerin, macht ihr auch keinen Mut: Selbst sie hat gerade Schwierigkeiten, Engagements zu finden. Und dann, plötzlich, stirbt Bibis Ehemann Ingo. Bibi verliert einen geliebten Menschen und steht mit 70 Jahren vor dem Nichts. Wie soll es weitergehen? Zusätzlich zu Tod, Begräbnis, Entrümpelung und Umzug belasten das Massaker an Protestierenden in Iran und später der Krieg Navas Mutter. Hat sie nach alldem noch die Kraft, ihren Traum zu verfolgen? Nava glaubt fast nicht mehr daran, doch dann gibt ihr eine Produzentin auf einem Filmfestival einen wertvollen Tipp – und pünktlich zum Frühlingsbeginn öffnet sich eine neue Tür. Eine Rolle, Bibi wie auf den Leib geschnitten, rückt zum Greifen nah.
Episode 4: Neuanfang im Alter, Streit und „Wünsch dir was“ Bibi hat eine Rolle! Nava kann ihr Glück nicht fassen. Sie ist überzeugt davon, dass ihrer Mutter nach dem Kurzfilm weitere Rollen angeboten werden, dass ihr Weg ins Scheinwerferlicht nun geebnet ist. Doch Bibis Freude hält sich in Grenzen. Wieso? In einem Gespräch kommt heraus, dass sie ihrer Tochter ein paar Dinge unterstellt, was Nava ungeheuerlich findet. Es kommt zum Streit, der auch ihre Beziehung als Ganzes berührt. Vor dem Dreh nimmt Bibi Schauspielunterricht, um sich auf die Rolle vorzubereiten. Dann ist es so weit: Endlich darf sie zeigen, was sie kann. Am Ende rekapitulieren Nava und Bibi ihr Projekt bei einem Showformat des Schauspielhauses Graz. Das Motto: „Wünsch dir was.“ Sind die Wünsche der beiden wahr geworden?
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